Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Wirtschaft

Stephan Rüb

Stephan Rüb verbindet künstlerisches Talent und technisches Wissen. Als Digital Content Creator setzt er seine vielseitigen Fähigkeiten vor allem in den Bereichen 3D, Augmented und Virtual Reality ein, am liebsten in nachhaltigen und sinnvollen Projekten.

Juni 2019

Unternehmen:
Stephan Rüb - Digital Content Creator

Gründer:
Stephan Rüb

Gründungsdatum:
September 2017

Branche und Unternehmen:
Mediendesign

Motto:
"Create and inspire: Erschaffe Dinge, die andere inspirieren."

Interview mit dem Gründer

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Das Besondere ist vor allem, der Mix und das Niveau der Fähigkeiten, die ich in meiner Person vereine. Gerade in den Freelancer-Bereichen, in denen ich aktuell tätig bin, gibt es viele fachliche Spezialisten, die zum Beispiel nur After Effects oder Motion Design anbieten. Ich habe dagegen ein sehr breit gefächertes Fachwissen und erreiche in einigen Bereichen Spezialisten-Niveau. Auf diese fokussiere ich mich. 3D- und Virtual-Reality-Inhalte gibt es in Deutschland noch recht selten. Außerdem kombiniere ich meine künstlerische Ader mit einem fundierten technischen Hintergrund. In der Branche nennt sich das Technical Artist. Ich kann damit über die Umsetzung hinaus auch eine beratende Rolle einnehmen.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
In letzter Zeit habe ich gemeinsam mit einem guten Freund für den Galileo-Park in Lennestadt ein Projekt anlässlich der 50-Jahre-Mondlandung-Feier umgesetzt. Wir haben dafür einen Simulator gebaut, der es  Kindern und Erwachsenen ermöglicht, nachzuempfinden, wie es war, mit dem ersten Mondrover über den Mond zu fahren. Dafür sitzen sie auf einem Stuhl, der sich bewegt, wenn die Fahrt über Stock und Steine geht. Mit Joystick und Virtual-Reality-Brille sehen sie sich selbst im Kosmonautenanzug, schauen auf die Mondoberfläche und bewegen sich virtuell auf ihr. Sie können dabei auch die geringere Schwerkraft des Mondes fühlen. Dafür habe ich die ganze Physik und Programmierung übernommen. Das war ein sehr interessantes Projekt.

Momentan beginne ich, meinen Fokus zu verändern. Zum einen lege ich diesen auf nachhaltige und sinnvolle Projekte. Zum anderen adressiere ich gezielt die Architekturbranche, weil es da sehr sinnvoll ist, mit virtueller Realität zu arbeiten. So ist es möglich, bevor der erste Stein gelegt ist, virtuell durch Gebäude zu gehen und einen sehr realitätsnahen räumlichen Eindruck zu bekommen. Das reizt mich gestalterisch und ästhetisch.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe ein Bachelor-Studium im Bereich Mediendesign an der Hochschule Mainz gemacht. Der Studiengang nannte sich "Zeitbasierte Medien". Nach meinem Abschluss Mitte 2016 hatte ich einen Monat später eine Festanstellung im Event-Bereich einer Medienproduktion in Wiesbaden. Da habe ich an großen Projekten für Kunden wie ABB, Volkswagen und FC Bayern mitgearbeitet. Außerdem war ich während des Neubaus des RheinMain CongressCenters maßgeblich an der interaktiven Vorvisualisierung beteiligt und konnte umfassende Erfahrungen im Bereich Architekturvisualisierung sammeln. Nach einem Jahr habe ich mich schließlich selbstständig gemacht.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Das war hauptsächlich mein Wunsch, meine Fähigkeiten gezielt und möglichst effizient in Projekten einzusetzen, die wirklich einen Mehrwert schaffen und möglichst nachhaltig sind. Ich wollte meine Projekte frei wählen und planen, mir meine Zeit und das Budget so einteilen, wie es für mich passt. Das ist in einer Festanstellung natürlich nur bedingt möglich. Darüber hinaus wollte ich mehr Zeit für meine eigenen Projekte haben. Ich habe beispielsweise vor, dieses Jahr ein Musikalbum herauszubringen und selbst zu komponieren. Das war der große Ansporn: Mehr Zeit!

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Zum einen habe ich auf Empfehlung meines Beraters bei der Arbeitsagentur ein Gründungsseminar bei der Existenzgründungsberatung EXINA gemacht. Das war sehr wertvoll. Hier habe ich bereits Geschäftskontakte knüpfen können. Zum anderen habe ich immer, wenn ich beim Finanzamt in Wiesbaden anrufe, einen sehr netten Menschen dran, der mir bislang immer alle Fragen beantwortet hat. Da habe ich bisher großes Glück gehabt.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Die waren recht stressig. Ich wollte den Gründungszuschuss beantragen und durfte dafür nicht zu spät gründen, um die entsprechenden Voraussetzungen zu erfüllen. Aus diesem Grund war wenig Zeit, das Gründungsseminar zu besuchen und den Business-Plan zu schreiben. Zusätzlich bin ich währenddessen noch umgezogen. Das war einfach privat und unternehmerisch ein bisschen stressig von der Zeit her, aber trotzdem in Ordnung.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Das war definitiv der Business-Plan für den Gründungszuschuss, den ich parallel zum Umzug geschrieben habe. Dazu kam noch ein Krankheitsfall in der Familie. Generell ist ein Business-Plan im Bereich Design und Gestaltung extrem schwierig, vor allem was die Finanzplanung in so einem speziellen Bereich wie 3D und Virtual Reality betrifft: Es gibt sehr wenig Material, wie beispielsweise eine Marktübersicht und Statistiken, um realistische Preise zu kalkulieren. Da hieß es: Dranbleiben! Aber letztendlich: Wenn das die größte Herausforderung war, kann ich mich nicht beschweren, oder?

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Ich bin auf Instagram aktiv, da sind schon einige Sachen zustande gekommen, weil meine Arbeit sehr visuell ist. Ich habe eine eigene Website, bin auf dem deutschen Portal "Das Auge" eingetragen und habe noch bestehende Kontakte aus dem Studium, die mir Projekte vermitteln.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Bei mir war keine Finanzierung nötig. Ich hatte schon einiges an Ausrüstung, wie beispielsweise einen Rechner und Bildschirme. Ich habe dann noch einige Dinge selbst gekauft, wie beispielsweise meine Virtual Reality Headsets und einen höhenverstellbaren Schreibtisch.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
An möglichst vielen nachhaltigen und sinnvollen Projekten mitzuwirken und dadurch einen Fußabdruck zu hinterlassen, sodass ich mit meiner Arbeit einen Mehrwert schaffe.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich ...
Den Satz würde ich gar nicht so sagen, weil ich zufrieden bin mit meiner Zeit. Das ist vielleicht recht ungewöhnlich, aber ich glaube, ich habe es gut geschafft, aktuell die Zeit so einzuteilen, dass ich genug Zeit für alles habe, was ich mir vornehme. Zusätzlich bin ich zwar sehr anspruchsvoll und perfektionistisch veranlagt, aber auch das bekomme ich mit der Zeit in den Griff, sodass die Arbeitszeit im Rahmen bleibt.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Ich empfehle, wirklich gut zu überlegen, ob man der Typ dafür ist. Das sagt einem letztendlich jeder und es ist wahr: Ich rate dazu, sich bewusst zu machen, was es wirklich bedeutet, zu gründen und vor allem, ob man sich dem Druck und Stress aussetzen möchte, denn der ist immer vorhanden: Man ist eben für sich selbst verantwortlich und dafür, dass "Brot auf den Tisch kommt". Da braucht es Mut zur Selbstreflektion: Habe ich wirklich den eigenen Antrieb? Habe ich die Disziplin dafür? Und das aus meiner Sicht Wichtigste habe ich im Gründungsseminar verstanden: Für eine erfolgreiche Gründung braucht es ein Verständnis für die reale Marktsituation. Das trifft besonders für alle zu, die in so einem Markt wie Design starten möchten, wo sehr viele einsteigen möchten.

Anzeigen