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Wirtschaft

Tüll & Spitze – Maßatelier für Dessous und Bademoden

In ihrem Maßatelier für Dessous und Bademoden geht Claudia Specht auf die individuellen Wünsche und Vorstellungen ihrer Kundinnen ein. Das ist besonders interessant für alle, die im Fachgeschäft nicht die passende Größe oder ihr Wunschmodell finden.

Januar 2019

Unternehmen:
Tüll & Spitze – Maßatelier für Dessous und Bademoden

Gründerin:
Claudia Specht

Gründungsdatum:
April 2014

Branche und Unternehmen:
Maßatelier für Dessous und Bademoden

Motto:
"Gib alles, außer auf!"

Interview mit der Gründerin

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Ich fertige Dessous und Bademoden nach Maß und gehe dabei ganz auf die individuellen Wünsche und Vorstellungen meiner Kundinnen ein. Das ist besonders interessant für alle, die im Fachgeschäft nicht die passende Größe oder ihr Wunschmodell finden. Die Standardmaße der Industrie passen nicht jeder Frau – und 80 bis 90 Prozent der Frauen tragen erfahrungsgemäß die falsche BH-Größe. Einige meiner Kundinnen haben es aufgrund von operativen Eingriffen besonders schwer.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Erst einmal: dass ich überhaupt gefunden werde! Und dann natürlich, dass meine Dienstleistung angenommen wird. Anfangs wusste ich ja gar nicht, ob die Idee nur in meinem Kopf existiert oder auch am Markt auf Interesse stößt. Ich war erstaunt, wie groß die Resonanz ist. Die ersten Aufträge kamen relativ schnell.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe Modedesign studiert und begleitend in einem Maßatelier in Wiesbaden an projektbezogenen Kursen teilgenommen. Parallel dazu hatte – und habe – ich eine Büroanstellung, denn ich bin auch gelernte Kauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin. Allerdings war mir früh klar, dass ich nicht bis zur Rente im Büro bleibe. Nachdem ich nebenberuflich alles genäht hatte, was man an Damenoberbekleidung nähen kann, bin ich auf die Ausbildung zur Dessous-Schneiderin aufmerksam geworden, die ich Ende 2014 erfolgreich abgeschlossen habe.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Das zu machen, was mir Spaß macht! Ich möchte meiner Kreativität Ausdruck verleihen. Schon während der Ausbildung zur Dessous-Schneiderin erhielt ich erste Aufträge. Da habe ich gemerkt, dass Bedarf da ist. Mir war schnell klar, dass ich ein eigenes Label gründen möchte. Ich dachte: Ich guck‘ mal, was so kommt. Und es kam viel!

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Zunächst habe ich im Freundeskreis und der Familie erzählt, was ich vorhabe. Dann bekam ich den Tipp: "Du musst netzwerken! Da trifft man viele Menschen, die Gott und die Welt kennen, und man kann sich darüber austauschen, wie man dieses oder jenes angeht." Bei der IHK hatte ich ein Existenzgründergespräch. Das Feedback war, dass ich bis dahin alles richtig gemacht habe. Auch das war hilfreich!

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Total spannend! Ich hatte schlaflose Nächte. Was wird da auf mich zukommen? Aber vor allem war da ganz viel Freude. Jetzt konnte ich endlich das machen, wofür mein Herz schlägt! Als ich dann die ersten Kontakte zu Geschäfts- und Kooperationspartnern geknüpft habe, war das sehr beflügelnd.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Bis jetzt habe ich alle Schritte eines Auftrags selbst abgewickelt: von der Kundenberatung über das Maßnehmen und die Schnittkonstruktion bis hin zu den Anproben und der Fertigstellung. Stehen viele Aufträge gleichzeitig an, ist präzise Organisation und Disziplin gefragt. Mir ist dann bewusst geworden: Ich darf mir Unterstützung suchen. Es ist allerdings nicht einfach, jemanden zu finden, der gut und zuverlässig arbeitet. Hinzu kommt, dass die Dessous-Schneiderei ein sehr spezielles Fachgebiet ist, an welches sich nicht jeder herantraut. Da hilft nur, am Ball zu bleiben und die Augen und Ohren offenzuhalten.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Meine Kunden finden mich tatsächlich über meine Website. Interessenten, die "Dessous nach Maß" oder ähnliches googeln, finden dorthin. Auf Social Media bin ich ebenfalls vertreten; hierüber habe ich aber noch keine Neukunden gewonnen.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Alles aus Eigenkapital, weil ich ja noch nicht wusste, wie es sich entwickelt. Ich habe mich sozusagen langsam herangetastet.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Ganz den Schreibtisch zu verlassen, aber das ist ein hartes Stück Arbeit. Ich wünsche mir, dass Tüll & Spitze weiterwächst und dass ich ein Team um mich herum habe, sodass nicht mehr alle Arbeitsschritte nur in meiner Hand liegen.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich
... neue Modelle entwickeln und die vielen Ideen, die ich im Kopf habe, zu Papier bringen. Gerne würde ich auch mehr Zeit für mich persönlich einplanen, denn das kommt zu kurz. Einfach mal ein Stündchen in der Hängematte zu liegen, das wäre schön!

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Sie sollten nicht zu schnell aufgeben und sich nicht entmutigen lassen, wenn sie eine Idee haben und dafür brennen! Es gibt immer Neider und kritische Stimmen, die versuchen, einen zu verunsichern. Man muss ja nicht gleich den ganzen Berg versetzen, aber man sollte sich Schritt für Schritt darauf zubewegen und das Ziel nie aus den Augen verlieren.

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