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Wirtschaft

WERTgeschätzt

Dr. Alexandra Zingler nimmt nicht nur Wertschätzungen einzelner Objekte unterschiedlichster Art vor, sondern berät und unterstützt auch bei der Verwertung dieser Objekte, bis hin zu Verkauf oder Versteigerung.

März 2020

Unternehmen:
WERTgeschätzt

Gründer:
Dr. Alexandra Zingler

Gründungsdatum:
Dezember 2017

Branche:
Beratung und Unterstützung bei der Veräußerung von Kunstgegenständen und Antiquitäten

Motto:
"Ehrlich währt am längsten."

Interview mit der Gründerin

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Die Dienstleistung, die ich anbiete, ist in dieser Form einzigartig. Ich nehme nicht nur Wertschätzungen einzelner Objekte unterschiedlichster Art vor, sondern ich berate und unterstütze die Kunden auch bei der Verwertung dieser Objekte, bis hin zu Verkauf oder Versteigerung. Ganz nach meinem Claim "Damit kein Schatz unbeachtet bleibt" liegt der Fokus wirklich auf jedem Objekt, das ich vor Ort vorfinde – sei es die Designerlampe, eine Antiquität oder ein kunstgewerbliches Objekt. Es kann sogar ein denkmalgeschütztes Gebäude sein, da ich auch eine Ausbildung als Planerin in der Denkmalpflege besitze. Wenn es Sinn macht, vermittle ich Echtheitszertifikate, Wertgutachten, Reparaturen oder Restaurierungen. Egal, wie umfangreich der Auftrag ist: Meine Kunden erhalten Lösungen aus einer Hand, und sie haben nur mit mir als alleiniger Ansprechpartnerin zu tun. Das schätzen meine Kunden wirklich sehr.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Zwar haben außer mir viele an meine Geschäftsidee geglaubt, aber letztlich war ich dann doch angenehm überrascht, dass meine Dienstleistung auf so große Nachfrage gestoßen ist, dass ich bereits im zweiten Geschäftsjahr schwarze Zahlen schreiben konnte. Das ist schon ein sehr schönes Gefühl.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe zunächst Kunstgeschichte, klassische Archäologie und Italienisch studiert und nach dem Magister mehrere Jahre in Galerien, Kunsthandel, Auktionshaus und Museum gearbeitet. Dann habe ich mich noch dazu entschieden, in Kunstgeschichte zu promovieren. Nebenbei habe ich verschiedene psychotherapeutische Ausbildungen gemacht – da ist eine systemische Ausbildung mit dabei, aber auch Trauerbegleitung, Traumaberatung und seelsorgerische Begleitung. Im Anschluss an die Promotion war ich wiederum fünf Jahre im Bereich der Denkmalpflege tätig.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Ich habe gemerkt, dass ich durch meine vielen verschiedenen Aus- und Weiterbildungen sowie Berufserfahrungen sowohl Kenntnisse als auch Interessen entwickelt habe, die ich bisher in nur sehr geringem Umfang einbringen konnte. Das war für mich der Auslöser zu prüfen, ob es eine Tätigkeit gibt, in der das anders wäre, und weil es die nicht gab, habe ich meine Geschäftsidee entwickelt.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Ich habe mir in der Tat im Vorfeld schon Hilfe gesucht. Ich bin von meinem Typ her jemand, der immer planmäßig und gründlich an seine Vorhaben herangeht. Weil ich mit dem Thema „Unternehmensgründung“ für mich Neuland betreten habe, habe ich mir aktiv Hilfe von Experten gesucht – zum Beispiel Jobcoaches oder auch Organisationen hier in Wiesbaden, wie BerufsWege für Frauen oder EXINA. Für meine jetzige Tätigkeit kann ich auf ein Netzwerk von Experten zurückgreifen, die ich bei Einzelfragen konsultieren kann.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
In freudig gespannter Erwartung der ersten Anrufe – wobei es auch bei bester Planung und Vorbereitung immer noch vor allem im administrativen Bereich etwas zu tun gab, wie zum Beispiel Dokumentenvorlagen erstellen oder sich Marketingmaßnahmen überlegen.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Die eine große Herausforderung gab es nicht, sondern es sind eher die vielen kleinen. Die gibt es sowohl im Verwaltungsbereich – zum Beispiel war es eine Herausforderung, die Anforderungen der neuen DSGVO umzusetzen – als auch im Fachlichen. Mir begegnen immer mal wieder auch unbekannte Objekte. Aber genau das macht wiederum meinen Job für mich so interessant. 

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Ich habe – ganz klassisch – eine Webseite, eine "Google My Business"-Anzeige, Flyer, die ich auch schon einmal in großen Würfen verteile, ... Was aber auch sehr effektiv ist: dass ich gezielt so genannte Multiplikatoren anspreche. Ich bin auch schon mehrfach durch Altkunden an Neukunden weiterempfohlen worden. Wodurch ich wirklich sehr viele Anfragen bekommen habe, war ein Interview, das ich vor etwa anderthalb Jahren mit dem Ressortleiter der Wirtschaftsredaktion des Wiesbadener Kuriers geführt habe. Es ist in allen Zeitungen der Verlagsgruppe Rhein Main, VRM, erschienen. Das wirkt sehr lange nach. Ich habe noch diesen Monat Anrufe aufgrund des Artikels bekommen.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Ausschließlich aus eigenen Mitteln. Eigentlich brauchte ich nicht sehr viel: einen Laptop, Drucker, Scanner, Fotoapparat, verschiedene Lupen, ... Ich habe einen Diamantprüfer, eine Schmuckwaage, ein Schwarzlicht, mit dem ich untersuche, ob Gemälde restauriert worden sind, ... Aber das sind alles Kleingeräte, die nicht sehr teuer sind. Das ließ sich ganz gut stemmen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Nur einen?! (lacht) Ich beschäftige mich nicht nur beruflich mit alten Dingen, sondern umgebe mich auch persönlich gerne damit. Ein richtig großer Traum von mir wäre ein Early Ford Mustang.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
... noch mehr meinen persönlichen Interessen nachgehen – nicht nur im fachlichen Bereich, wo es natürlich immer noch vieles gibt, was man sich anlesen oder ansehen könnte, sondern ich würde auch sicherlich das ein oder andere alte Hobby aufleben lassen, wie Klettern oder Malen.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Ich finde, dass es ganz, ganz wichtig ist, dass man sich gründlich vorbereitet. Ich würde allen Gründern ehrlich den Mut machen, ihre Ideen nicht nur zu entwickeln, sondern auch prüfen zu lassen. Eine gründliche Vorbereitung allein ist keine Garantie für das Überleben am Markt. Aspekte der Selbständigkeit, von denen man eigentlich weiß, dass sie einem selbst nicht liegen, sollte man ruhig nach außen abgeben. Ich habe mir zum Beispiel noch vor der Gründung einen Steuerberater gesucht.

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