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Götting, Franz

Götting, Franz

Germanist, Bibliothekar, Direktor der Hessischen Landesbibliothek

geboren: 03.08.1905 in Menden (Westfalen)

gestorben: 05.05.1973 in Wiesbaden


Artikel

Fast 25 Jahre leitete Götting als Direktor die Hessische Landesbibliothek und prägte in dieser Zeit das kulturelle Leben Wiesbadens. Nach dem Abitur studierte er in Münster, wo er später, nach weiteren Studienjahren in Wien, auch promovierte. Seit 1935 war er als Archivar und Bibliothekar im Frankfurter Goethe-Museum (Freies Dt. Hochstift) tätig.

Im November 1945 wurde er mit der Leitung der wissenschaftlichen Bibliothek in Wiesbaden betraut. Ferner war er Leiter der ersten kulturellen Nachkriegsvereinigung, des Wiesbadener Kulturbundes.

Götting gehörte mit Johannes Maaß zu den Neugründern der Volkshochschule Wiesbaden e.V., 1956–68 war er Vorsitzender des Trägervereins. Außerdem war er Mitglied der städtischen Kulturdeputation.

Ganz besonders fühlte er sich Goethe verbunden. Davon zeugen verschiedene Veröffentlichungen im Goethe-Kalender des Frankfurter Goethemuseums (»Dora Stock, eine deutsche Malerin um 1800«, 1938) und im Jahrbuch »Goethe«. Seine »Chronik von Goethes Leben« erlebte zahlreiche Auflagen. Die Wiesbadener Goethe-Gesellschaft wählte ihn zu ihrem zweiten Vorsitzenden.

Zum 150. Gründungstag der Landesbibliothek schrieb Götting mit seinem Kollegen Rupprecht Leppla die Geschichte der Bibliothek sowie auch der einst mit ihr verbundenen Institutionen Gemäldegalerie und Naturkundemuseum und schuf damit ein wesentliches Dokument nassauischer und Wiesbadener Kulturpolitik (1963). Weitere Publikationen waren »Die Bibliothek von Goethes Vater« (Nassauische Annalen 64/1953) und »Johann Isaac von Gerning 1767–1837« (Nassauische Lebensbilder, Bd. 5, 1955).

Literatur

Renkhoff, Otto: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten, 2. Aufl., Wiesbaden 1992 (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Nassau 39).

Zeitungsausschnittsammlung Stadtarchiv Wiesbaden, "Götting, Franz".