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Schleiden, Jacob Matthias

Schleiden, Jacob Matthias

Botaniker

geboren: 05.04.1804 in Hamburg

gestorben: 23.06.1881 in Frankfurt am Main


Artikel

Zunächst nahm Schleiden ein Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg auf (Dr. jur. 1826) und ließ sich anschließend von 1826–31 als Rechtsanwalt in Hamburg nieder. Danach folgte ein Jahr Medizin- und Botanik-Studium in Göttingen und dessen Fortsetzung in Berlin mit dem Schwerpunkt »Pflanzenembryologie«. Das war der Beginn eines »unruhigen Gelehrtendaseins « im 19. Jahrhundert.

1838 wurde der 34 Jahre alte Naturwissenschaftler Schleiden durch seine »Beiträge zur Phytogenesis« schlagartig berühmt. Sein wissenschaftlicher Weg führte ihn dann an die Universität Jena, an der er 1839 zum Dr. phil. promovierte, 1840 eine außerplanmäßige Professur erhielt sowie 1850 zum Ordinarius avancierte. Die Universität Tübingen promovierte ihn 1843 zum Dr. med. Seine Zellbildungslehre und das Erkennen der Bedeutung des Zellkerns sorgten für einen heftigen wissenschaftlichen Disput, seine Akzeptanz der Evolutionstheorie von Charles Darwin (1809–82) brachten ihn in Konflikt vor allem mit der Kirche während seines Aufenthaltes in Dorpat (Estland) 1863/64; hier hatte er einen Lehrstuhl für Pflanzen-Chemie angenommen.

Danach lebte er als Privatgelehrter in Dresden, Frankfurt am Main sowie Darmstadt und verbrachte die letzten acht Jahre seines Lebens in Wiesbaden in der Geisbergstraße, von wo aus er immer wieder zu Vortragsreisen aufbrach. Mit dem Anatom Theodor Schwann (1810–82) bereitete er für Rudolf Virchow (1821–1902) den Weg für dessen bekannte »Zellpathologie«. Die Sächsische Akademie der Wissenschaften in Leipzig wählte Schleiden 1849 zum ordentlichen Mitglied.

Literatur

Das Erbe der Mattiaca. Persönlichkeiten der Stadtgeschichte Wiesbadens. Hrsg.: Gesellschaft zur Pflege von Dialekt und Stadtgeschichte Wiesbadens Mattiaca, Wiesbaden 1992 [S. 209 f.].

Wunschmann, Ernst: Schleiden, Matthias Jacob. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.), Bd. 31, 1890 [S. 417–421].