Stadtteil-Historiker Wiesbaden Vorträge der 4. Staffel
Die Stadtteil-Historiker der 4. Staffel präsentieren ihre Ergebnisse mit Vorträgen im Stadtmuseum.
Vortragsreihe der 4. Staffel der Stadtteil-Historiker im sam
Die 4. Staffel der Stadtteil-Historiker präsentiert ihre Ergebnisse mit einer Vortragsreihe im Herbst im Stadtmuseum.
In Form von Sonntags-Matineen werden historische Themen mit Wiesbaden-Bezug vorgestellt. Los geht es am 5. Oktober. Am 23. November 2025 findet mit dem letzten Vortrag auch die Abschlussveranstaltung statt.
Die Vorträge beginnen jeweils um 11 Uhr und die Veranstaltungen enden jeweils um 13 Uhr. Jeweils nach dem Vortrag wird ein Glas Sekt gereicht.
Der Eintritt ist frei
Termine und Vorträge
Sonntag, 5. Oktober, 11 Uhr „Erster Bundestagspräsident Dr. Erich Köhler 1945-1956 in Wiesbaden“
Ingeborg Toth thematisiert in ihrem Vortrag den Bundestagspräsidenten Dr. Köhler.
Erich Köhler wurde in Erfurt geboren, war bis 1933 Geschäftsführer des Bundes der Arbeiterpartei in Kiel. Er schloss sich der Deutschen Volkspartei an, damals die Partei Stresemanns. Da er mit einer jüdischen Frau verheiratet war, verlor er 1933 alle Ämter. Nach Kriegsende fiel er den Amerikanern auf. Dr. Köhler wurde schon im Juni 1945 Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Wiesbaden und Dr. Köhler gründete im September 1945 die Christlich-Demokratische Union in Wiesbaden. Dr. Köhler wurde erster Präsident des Deutschen Bundestags und wohnte bis zu seinem Tod im Jahr 1958 in Wiesbaden.
Sonntag, 12. Oktober, 11 Uhr „1940. Die versunkene bürgerliche Welt.“
Vortrag von Ralf A. Gmelin.
Hans Gmelin, Großvater von Ralf Gmelin, starb im Kriegsjahr 1941 und hinterließ einen Stapel handgeschriebener Manuskripte. Hans Gmelin erlebte zwei Revolutionen: Die sozialistische von 1919, und dann die „nationale Revolution“, 1933, bei der die Nationalsozialisten in atemberaubender Zeit aus der Rechtssicherheit der Weimarer Republik eine Willkürherrschaft der Mittelmäßigen und Gewissenlosen machten, die dann in den alles verheerenden Zweiten Weltkrieg mündete. Hans Gmelin fühlte sich von beiden Revolutionen abgestoßen. Da er 1934 mit seiner Niederschrift begann, sind die Grundzüge des frühen Nationalismus bereits Thema seiner Gedanken und Formulierungen. Werfen wir einen ausführlichen Blick auf Leben und Gedanken eines damaligen Zeitgenossen, vom Ende des Kaiserzeit bis zu seinem Sterbejahr 1941.
Sonntag, 19. Oktober, 11 Uhr „Die Rückkehr der Namen“
Vortrag von Gerhard Valentin
Sie sind schon seit über 80 Jahren tot: Bierstadter Kinder, Frauen und Männer. Gestorben durch die Schuld eines verbrecherischen Regimes in der Zeit von 1933 bis 1945. An den Fronten. In den Vernichtungslagern. Zu Hause in Bierstadt. Menschen, die ihre Wurzeln in Bierstadt hatten: Soldaten, Zivilisten, Juden; auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene, die das Schicksal nach Bierstadt verschlagen hatte. Die Dokumentation „Die Rückkehr der Namen“ soll die heute lebenden Menschen wieder mit jenen Menschen, die in Bierstadt mitten unter uns gelebt haben und grausam ermordet wurden, bekannt machen und verbinden, weil die Menschen und ihre Schicksale sonst in ewige Vergessenheit geraten würden.
Sonntag, 26. Oktober, 11 Uhr „Fitness made in Wiesbaden -Medico – mechanisches Training“
Vortrag von Andrea Wecker
Gustav Zander gründete 1865 in Stockholm das erste „Zander-Institut“. Diese Apparate ermöglichten passive, aktive und unterstützte Bewegungen – etwa durch Hebel, Gewichte, Riemensysteme und Drehachsen. Firma Rossel, Schwarz & Co. wurde 1897 in Wiesbaden gegründet und erhielt rasch die Lizenz zur Herstellung der medico-mechanischen Geräte nach Gustav Zander. Ab 1901 produzierte sie in der Mainzer Straße.
Beim Thema Fitness geht es heute jedoch nicht nur um Gesundheit, sondern auch um Trends - und sei es nur der Name für eine Fitnessrichtung: Laufen, Wandern, Joggen, Walken, Trimming, Marschieren, Mammut March, Gehen, Trekking, Hiking, Pilgern, Traben, Running, Crosslauf…
Sonntag, 2. November, 11 Uhr „Ein Dutzend Dotzheimer Familien – die ersten fünf Generationen“
Vortrag von Bernd Blaudow
Der Dreißigjährige Krieg führte in weiten Teilen Mitteleuropas zur Entvölkerung weiter Landstriche. Die Gegend um das heutige Dotzheim war keine Ausnahme. Es gab Phasen, in denen Dotzheim menschenleer war. Erst 35 Jahre nach dem Ende des Krieges (1683) sind wieder zwölf Familien in Dotzheim bezeugt. Trotz vergleichsweise geringer Anzahl kann man hier von der ersten Einwanderungswelle sprechen, die von 1648 bis 1683 dauerte. Danach gab es weitere Einwanderungswellen in Dotzheim. Bis zur Eingemeindung nach Wiesbaden 1928 wuchs der Ort auf 6.200 Einwohner. Nach dem 2. Weltkrieg ging das Wachstum rasant weiter und die Einwohnerzahl erreicht heute ca. 27.000.
Sonntag, 16. November, 11 Uhr „Ins Exil: Drei Wiesbadener Musiker – Heinz Lewin, Oto Klemperer und Richard Tauber“
Vortrag von Carol Falling
Wiesbaden hatte für einige Zeit das Glück, sich der Talente dreier herausragender Musiker zu erfreuen: der Wiesbadener Operetten- und Filmkomponisten Heinz Lewin, der Dirigent Otto Klemperer und der berühmte Tenor Richard Tauber. Sie verließen unsere Stadt, um ihre Karriere fortzusetzen, denn ihr Leben wurde durch die Nationalsozialisten plötzlich unterbrochen, die sie aufgrund ihrer jüdischen Herkunft ins Exil zwangen. Welche musikalischen Erfolge hatten sie in Wiesbaden? Was haben sie komponiert? Was wurde aufgeführt? Wann haben sie Wiesbaden verlassen und wohin sind sie gegangen? Was ist die Geschichte ihres Exils?
Sonntag, 23. November, 11 Uhr „Die Geschichte des Kinder- und Jugendchores am Hessischen Staatstheater in Wiesbaden“
Vortrag von Stanton Falling, Carol Falling, Cornelia Thorspecken, Ninyana Thorspecken-Friebe und Laura Hafner
In einer ganzen Reihe von Opern ist vom Komponisten ein Kinder- und Jugendchor vorgesehen. Bis in die 1950er Jahre existierte am Hessischen Staatstheater Wiesbaden kein Jugendchor. Als in den 1950er Jahren die Oper Der Jakobiner von Antonín Dvořák aufgeführt werden sollte, in dem ein Kinderchor eine größere Rolle spielt, regte Chordirektor Dr. Karl Howe die Gründung eines festen Jugendchores an, den seine Frau Margarethe Howe aufbaute, und der dann erstmalig bei der Premiere des Jakobiners am 17. Dezember 1954 auf der Bühne stand. Seit dieser Zeit wirkte der Jugendchor in jeder Spielzeit in Opern, Operetten und Konzerten mit. Ganze Generationen von Kindern erhielten über die Jahrzehnte hinweg eine professionelle musikalische und stimmliche Ausbildung. Ihre letzte Vorstellung (Verdis Otello) sangen die Mitglieder des Jugendchores am 1. Mai 2018.
Abschlussveranstaltung der Vortragsreihe.
Flyer Stadtteil-Historiker
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