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Comunicado de prensa de la capital del Estado federado, Wiesbaden

Zehn Jahre Repair-Café im Umweltladen

Seit zehn Jahren rettet das Repair-Café on Tour in Wiesbaden defekte Geräte vor dem Müll. Jeden letzten Samstag im Monat bringen Bürgerinnen und Bürger ihre kaputten Lampen, Toaster oder Walkmans in den Umweltladen in der Luisenstraße 19. Dort kümmern sich fachkundige Ehrenamtliche darum, die Geräte wieder zu reparieren.

„Mit ihrer Begeisterung fürs Tüfteln und Instandsetzen leisten die Ehrenamtlichen einen wertvollen Beitrag für die Gemeinschaft und tragen zugleich dazu bei, Ressourcen zu schonen“, betont Bürgermeisterin Christiane Hinninger bei der Jubiläumsfeier im städtischen Umweltladen am Freitag, 27. Februar.

Alleine im vergangenen Jahr nahmen die Ehrenamtlichen 465 Geräte entgegen und 291 davon konnten sie erfolgreich reparieren. Die Erfolgsquote liegt bei über 60 Prozent. Oft reicht ein neuer Schalter oder ein repariertes Kabel, um ein Gerät wieder zum Laufen zu bringen. Dabei steckt hinter jedem Gerät eine Geschichte. Das zeigt sich besonders bei den 36 Walkmans, Tonbandgeräten und Plattenspielern, die im vergangenen Jahr abgegeben wurden. Wenn Besucherinnen und Besucher ihre reparierten Geräte wieder abholen, ist die Freude groß und oft wird von selbst aufgenommenen Kassetten oder vom ersten eigenen Plattenspieler im Jugendzimmer erzählt. 

Michael Troitzsch vom Repair-Café on Tour sagt dazu: „Wir freuen uns immer auf unseren Termin hier im Umweltladen. Der Kontakt mit Menschen, denen wir eine große Freude machen, wenn wir ihr „geliebtes“ Gerät wieder zum Laufen bringen, der Spaß am Reparieren an sich und die Gewissheit, dass wir helfen, den Berg von Elektroschrott etwas kleiner zu machen: Diese Aspekte machen unsere Arbeit zu einer echten Bereicherung.“

Viele Gäste kommen zum Repair-Café, weil ihnen Nachhaltigkeit am Herzen liegt und sie bewusst Ressourcen schonen möchten. Jedes reparierte Gerät ist für sie ein kleiner Beitrag zum Schutz der Umwelt und zur Reduzierung von Abfall. Gleichzeitig nutzen Menschen mit begrenztem finanziellen Spielraum das kostenlose Angebot. Wer sein Gerät repariert zurückerhält, erlebt: Dinge sind nicht wertlos, nur weil sie einen Defekt haben.

Das neue europäische Recht auf Reparatur erleichtert künftig die Arbeit der Ehrenamtlichen. Hersteller müssen Ersatzteile länger vorhalten und Reparaturinformationen zugänglich machen. In den Niederlanden arbeiten Produktdesigner bereits mit Repair-Café-Teams zusammen, um Geräte reparaturfreundlicher zu gestalten.

Die Idee der Repair-Cafés entstand 2009 in den Niederlanden; seit 2011 unterstützt die gemeinnützige Organisation Stichting Repair Café entsprechende Initiativen weltweit. In Wiesbaden gibt es mehrere Gruppen, die das Prinzip des Reparierens lebendig halten. Angesichts steigender Mengen an Elektroaltgeräten zeigt das Repair-Café seit einem Jahrzehnt, dass Reparieren sich lohnt: für die Umwelt, für den Geldbeutel und für den Zusammenhalt in Wiesbaden. Weitere Informationen sind unter www.wiesbaden.de (Öffnet in einem neuen Tab), Suchwort  Repair-Café zu finden.


Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.

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