Stummfilmkonzert: Der Geiger von Florenz
06.09.2026, 19:00 Uhr
D 1926, 82 Min., FSK: ab 0
Live-Musik: Diego Ramos Rodriguez (Violine), Miguel Casas (Posaune), Nathan Watts (Cello), Miharu Ogura (Klavier)
Elisabeth Bergner in einer ihrer legendären Hosenrollen: Sie spielt die junge Renée, die ihren Vater abgöttisch liebt und ihre neue Stiefmutter hasst. Als sie zur Besserung in ein Schweizer Mädchenpensionat kommt, gelingt ihr die Flucht. Verkleidet als Junge, schlägt sie sich nach Florenz durch und steht dort einem Maler Modell, der eine erfolgreiche Serie von Bildern mit dem vermeintlichen Knaben produziert. Es kommt zu allerlei erotischen Verwicklungen, bis sich das Missverständnis klärt, wer dem Maler wirklich Modell gestanden hat.
Paul Czinner schrieb Elisabeth Bergner die Titelrolle sozusagen auf den Leib. In Anlehnung an die Rollenmuster der Verwechslungskomödien von William Shakespeare erfindet er in der Rolle von Renée einen modernen Typus. Mit ihrer knabenhaften Erscheinung war Elisabeth Bergner für Hosenrollen und die Darstellung androgyner Charaktere prädestiniert.
Die Musik des Frankfurter Komponisten Uwe Dierksen (1959 - 2026) hält mit ihrer feinen Instrumentierung den Film in der Schwebe zwischen Kunstmärchen und Gender-Comedy.
Regie: Paul CzinnerBuch: Paul Czinner
Kamera: Adolf Schlasy, Arpad Viragh, Otto Kanturek
Musik: Uwe Dierksen
Mit Elisabeth Bergner, Conrad Veidt, Nora Gregor, Walter Rilla, Grete Mosheim
"Mich reizte bei diesem Film, eine Musik zu schreiben, die traditionell klingt und tonal aufgebaut ist, die sich aber nicht in Nostalgie erschöpft. Die Art und Weise, wie ich bestimmte Musikstile miteinander in Beziehung setze, trägt den Blickwinkel der Jetztzeit in sich. Mir ging es darum, den Nerv der damaligen Zeit zu treffen, die alles andere als bieder war, auch wenn dieser Film in einem luxuriös bürgerlichen Milieu spielt." Uwe Dierksen