Der "Familienkosmos" Fleischer und seine Beziehung zu Wiesbaden
10.11.2026, 18:00 - 20:00 Uhr
Um 1900 erwarb die aus Breslau stammende Familie Fleischer mehrere Villen in der Parkstraße in Wiesbaden. Angehörige der Familie entwickelten von hier aus eine rege Geschäftstätigkeit. Eine von Agnes Fleischer in Frankfurt a.M. geleitete Fabrik für Gas-Generatoren lieferte den Strom für Straßenbeleuchtungen und Haushalte im Rhein-Main-Gebiet und weltweit. Richard Fleischer gab das Magazin „Deutsche Revue“ heraus, zu dem Gustav Freytag und Albert Einstein Beiträge lieferten. Helene Fleischer verfasste Bühnenstücke, die in Wiesbaden wie in Berlin mit großem Erfolg aufgeführt wurden. Da die Fleischers jüdischer Abstammung waren, wurden die letzten noch lebenden Familienmitglieder von den Nazis verfolgt und in den Tod getrieben. Trotz der bedeutenden Beiträge zu Wirtschaft und Kultur und ihres ausgeprägten Mäzenatentums ist die Familie weitgehend in Vergessenheit geraten.
– Der Referent leitete bis 2018 das Thüringische Hauptstaatsarchiv in Weimar.
Abb.: „Mehr Licht!“ Der Maler Fritz Fleischer schuf 1898 das berühmte Gemälde des sterbenden Goethe (LA Thüringen, HStA Weimar, Familienachlass Fleischer-Ehlermann).
Fritz Fleischer war mit der Sopranistin Jenny Alt verheiratet, die auch in Wiesbaden gastierte.
Hinweise
Vortragener: Dr. Bernhard Post, Weimar