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Freizeit

BRD 1957, 105 Min., FSK: ab 16

In Gedenken an den großartigen Schauspieler Mario Adorf, der am 8. April dieses Jahres gestorben ist, starten wir im Juni eine Filmreihe. Wir beginnen mit einem der wichtigsten deutschen Nachkriegsfilme, basierend auf einem authentischen Kriminalfall der Nazizeit, der Willkürherrschaft, Gewalt und Verbrechen thematisiert. Lange wurde davon ausgegangen, dass er den historischen Tatsachen entspricht. 75 Jahre nach dem Tod des vermeintlichen Mörders Bruno Lüdke stellte sich heraus, dass er nie einen Menschen getötet hat - und die Ermittlungen der Kriminalpolizei in Nazideutschland, denen der Film folgt, manipuliert waren. Es hatte Mario Adorf sehr getroffen, dass er unwissentlich an dieser falschen Legende mitgewirkt hatte. Er nutzte seine Popularität aber, um eine öffentliche Rehabilitation zu erreichen. Zusammen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier weihte er einen für Bruno Lüdke als NS-Opfer gewidmeten Stolperstein in Köpenick ein. 

Deutschland zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Bereits seit elf Jahren treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Kurz vor Kriegsende gelingt es dem ermittelnden Kommissar, den Täter, einen geistig zurückgeblieben Mann, zu überführen. Zunächst soll der Prozess den Nazis dazu dienen, ein neues "Schandgesetz" zu begründen. Dann aber kommen Zweifel auf, ob es angesichts der prekären Lage im Land wirklich schlau wäre, den Bürger*innen in einem aufsehenerregenden Gerichtsverfahren das Gefühl zu geben, die deutsche Polizei sei elf Jahre lang bei der Aufgabe gescheitert, einen debilen Mörder zu fassen ...

Robert Siodmaks beste Regiearbeit mit einem überragenden Mario Adorf wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit einem Bambi und erhielt eine Nominierung für den Oscar als bester fremdsprachiger Film.

Regie: Robert Siodmak
Buch: Werner Jörg Lüddecke
Kamera: Georg Krause
Musik: Siegfried Franz
Mit Claus Holm, Mario Adorf, Hannes Messemer, Peter Carsten, Karl Lange, Werner Peters

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