Beobachtungsabend auf der Sternwarte
28.09.2026, 20:00 - 22:00 Uhr
Am 28.09.2026 geht die Sonne bereits um 19.12 Uhr unter. Die bürgerliche Dämmerung endet bereits um 19.45 Uhr MESZ, wenn die Sonne 6° unter dem Horizont steht. Dann sind nur die hellsten Sterne zu sehen. Dies ist auch die Zeit, wenn die Straßenbeleuchtung eingeschaltet wird. Bei einer Sonnentiefe von 12° um 20.22 Uhr endet die nautische Dämmerung und man kann bereits fast alle Sternbilder erkennen. Das Ende der astronomischen Dämmerung bei einem Sonnenstand von 18° unter dem Horizont wird um 21.01 Uhr erreicht. Fernab von störenden Lichtquellen und Städten sowie in einer Mondlosen Nacht herrscht nun völlige Dunkelheit. An diesem Abend wird der Himmel durch den zu 94% beleuchteten Mond erhellt. Er geht um 19.28 Uhr auf und ab 21.15 Uhr können wir ihn mit unserem 8“-Refraktor beobachten. Ebenfalls ab 21.15 Uhr können wir unseren 8“-Refraktor auf den Ringplaneten Saturn richten. Im Fernrohr erkennen wir ein 19,7“ großes Scheibchen und wir blicken auf die Südseite des um knapp 8° geöffneten Rings. “. Saturn ist das hellste Objekt in seiner Umgebung. Seine Helligkeit beträgt 0,3m, durch die Erdatmosphere reduziert auf 1,0m und 0,8m um 22.00 Uhr. 9 ° rechts oberhalb von Saturn befindet sich der lichtschwache Planet Neptun. Mit Neptun sollte man jedoch noch warten, bis er höher steht.
Die Grafik zeigt den Sternenhimmel um 21.00 Uhr MESZ und die maximal mögliche Dunkelheit ist gerade erreicht. Benannt sind nur die wichtigsten Sternbilder und Sterne. Die drei Sternbilder, in denen sich die Sterne des Sommerdreiecks befinden, sind inzwischen in den Süden gewandert. Es sind die Leier mit dem hellen Stern Wega, der Schwan mit dem hellen Stern Deneb und der Adler mit dem Stern Atair. Nun sieht man auch wieder schwächere Sterne. Zwischen Schwan und Adler finden wir die kleinen Sternbilder Pfeil und Delfin. Ca.25° hoch im Nordnordwesten finden wir das bekannte Sternbild Großer Bär. Er ist zirkumpolar (lat. „um den Pol gelegen“), d.h. er steht immer über dem unter den Horizont. Er ist ein guter Wegweiser am Himmel und wird auch Großer Wagen genannt, bestehend aus den vier Kastensternen und den drei Deichselsternen. Verlängert man die hinteren Kastensterne um das Fünffache nach Norden, stößt man auf den Polarstern im Kleinen Bären. Er zeigt uns die Nordrichtung an und durch die Höhe über dem Horizont auch die geografische Breite – bei uns 50° Nord. Verlängert man die Deichsel des Wagens um 30°, kommt man zum Stern Arcturus im Bärenhüter. Als Wegweiser für weitere Sterne dient der Große Wagen erst wieder im Frühling. Die Sonne durchläuft eigentlich nicht 12 Sternbilder, sondern 13. Das 13. Sternbild ist der Schlangenträger. Wo ein Schlangenträger ist, muss natürlich auch noch eine Schlange sein. Diese befindet sich links und rechts des Schlangenträgers und ist unterteilt in Schwanz und Kopf der Schlange. Tief im Südsüdwesten, unterhalb des Adlers, finden wir das Sternbild des Schützen, gefolgt vom Steinbock und dem Wassermann. Diese fallen jedoch kaum auf, da diese überwiegend aus schwachen Sternen bestehen. Zwischen den beiden Bären schlängelt sich der Drache. Auch den Herkules finden wir am Himmel. Er steht zwischen den kleinen aber markanten Sternbildern Leier und Nördliche Krone. Im Herkules finden wir den schönen Kugelsternhaufen M13. Im Ostsüdosten und Osten finden wir die Herbststernbilder Pegasus und die anschließende Sternenkette der Andromeda. Im Sternbild Andromeda steht unsere Nachbargalaxie M31. Das Licht des Andromedanebels benötigt 2,5 Millionen Jahre, um zu uns zu gelangen. Darüber sehen wir die Eltern der Andromeda, das äthiopische Königspaar Kassiopeia und Kepheus. Im Nordosten erhebt sich allmählich der Held Perseus und tief im Nordnordosten funkelt der helle Stern Capella vom Fuhrmann. Capella gehört zu den Zirkumpolarsternen und ist zu jeder Jahreszeit zu sehen. Unterhalb der Andromeda finden wir weitere Sternbilder, das Dreieck und den Widder. Erwähnt seien noch die Fische unterhalb von Pegasus und Andromeda, die jedoch nur aus schwachen Sternen bestehen und in der Grafik nicht berücksichtigt sind.
Hinweise
Für den Beobachtungsabend erheben wir kein Eintrittsgeld, wir bitten um eine kleine Spende in den Mondglobus am Eingang.