Die Möllner Briefe
26.11.2026, 17:00 Uhr
D 2024, 96 Min., FSK: ab 12
Zu Gast: Martina Priessner, Regie, Furkan Yüksel, Aktivist (angefragt)
Es moderiert Prof. Dr. Arzu Çiçek, Fachbereich Sozialwesen/ Hochschule RheinMain
Der rassistische Brandanschlag in Mölln im November 1992 nahm İbrahim Arslan und seiner Familie alles. Der damals siebenjährige İbrahim überlebte zwar, doch verlor er dabei seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter.
Die Stadt Mölln erhielt daraufhin Hunderte von Solidaritätsbriefen, die den Angehörigen jedoch fast dreißig Jahre lang vorenthalten wurden. Der Film begleitet İbrahim, wie er diese Briefe entdeckt und drei ihrer Absender trifft. Gleichzeitig zeichnet er ein vielschichtiges Bild des anhaltenden Traumas, das İbrahim und seine Geschwister bis heute belastet.
Die Weltpremiere des Dokumentarfilms fand im Rahmen der 75. Internationalen Filmfestspiele Berlin in der Sektion Panorama statt und gewann den Amnesty-Filmpreis und den Panorama Publikumspreis.
Regie: Martina PriessnerBuch: Martina Priessner
Kamera: Ayse Alacakaptan, Julia Geiss, Ute Freund, Anne Misselwitz
"Der Film beleuchtet nicht nur die Erfahrungen der Überlebenden, er deckt auch die große Solidarität auf, die es damals gab - eine Solidarität, von der die Opfer bis zu diesem Zeitpunkt nichts wussten. Er schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und nimmt eine Perspektive des Erinnerns ein, die den Stimmen der Betroffenen den Raum und die Anerkennung gibt, die sie verdienen." Panorama der 75. Berlinale