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Leben in Wiesbaden

Gartenschläfer im Raum Wiesbaden

Der Gartenschläfer - die dank dunkler Gesichtsmaske auffälligsten Vertreter aus der Familie der Schlafmäuse - ist in Wiesbaden und Umgebung heimisch.

Der Gartenschläfer ist mit seinen großen Augen und der schwarzen Gesichtsmaske der auffälligste Vertreter aus der Familie der Schlafmäuse, auch Bilche genannt. Obwohl die kleinen, nur zehn bis 17 Zentimeter großen, Säugetiere überwiegend in Laub- und Nadelwäldern zu Hause sind, besiedeln Gartenschläfer auch Obst- und Hausgärten. Die nachtaktiven Allesfresser sind auf ein möglichst vielfältiges Nahrungsangebot angewiesen. Neben Früchten, Knospen und Samen stehen auch Insekten und Schnecken auf ihrem Speiseplan. Bis zum Winterschlaf, der im Oktober beginnt, müssen sie sich genügend Reserven anfressen haben, um die Zeit bis zum folgenden April gut zu überstehen. Ihre selbstgebauten kugeligen Schlafnester bauen sie versteckt und geschützt in Baumhöhlen oder Felsspalten. In Siedlungsnähe beziehen sie auch Vogelnistkästen, Schuppen- und Hausdächer oder Rollladenkästen.

Durch den zunehmenden Flächenverbrauch für Siedlung, Verkehr und Landwirtschaft wird der Lebensraum der Gartenschläfer immer kleiner. Der Bestand der Gartenschläfer hat sich daher in einigen Regionen stark verringert, in manchen Gegenden ist er sogar schon ausgestorben. Nach aktuellen Erkenntnissen kommt der Gartenschläfer in Hessen nur noch im Rheingau sowie entlang des Rheins und punktuell im Maintal vor. Auch in Wiesbaden gibt es noch häufige Sichtungen der kleinen Bilche. Dieser Umstand hat der Stadt den inoffiziellen Titel "Gartenschläferhauptstadt" eingebracht. Umso wichtiger ist es, den Bestand und die Verbreitung der Vorkommen in unserer Region zu sichern. Dabei spielt der Erhalt alter Streuobstbestände und abgestorbener Obstbäume eine ebenso wichtige Rolle wie die naturnahe Gestaltung des eigenen Gartens.

Im Rahmen eines Projekts der Hessischen Biodiversitätsstrategie, hat die "Arbeitsgemeinschaft Gartenschläferschutz in Hessen" bereits in den Jahren 2016 bis 2018 Quartiersangebote für Gartenschläfer im Raum Wiesbaden verbessert. Im Rahmen dieses Projektes wurden zahlreiche Gartenschläferkästen in ausgewählten Gebieten in Wiesbaden angebracht, überwacht und kontrolliert. Weitere Nistkästen wurden an interessierte Bürgerinnen und Bürger über den Umweltladen abgegeben.

Seit Ende 2018 werden vertiefende Untersuchungen der bedrohten Bilchart im Rahmen des bis 2025 angelegten bundesweiten Projekts "Spurensuche Gartenschläfer" vorgenommen. Ziel des Projekts ist neben der Gewinnung von Erkenntnissen zu der bisher recht unerforschten Tierart selbst die Durchführung wirksamer Schutzmaßnahmen zum Erhalt vorhandener Bestände, die Schaffung, Wiederherstellung und Vernetzung von Lebensräumen, sowie die Wiederansiedlung von Tieren.

Hauptakteure des mit Bundesmitteln geförderten Projekts sind der BUND Deutschland, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und die Justus-Liebig-Universität Gießen.
Auch das Umweltamt Wiesbaden ist in das Projekt eingebunden und versucht nach Möglichkeit zu unterstützen. Aber auch Privatpersonen können sich in das Projekt einbringen.

Unter anderem geht es um die Weitergabe von Nachweisen von Garten- aber auch Siebenschläfern. Gerade bei letzteren gibt es für Wiesbaden kaum abgesicherte Nachweise. Sie können hier unterstützen, wenn Sie Sichtungen von lebenden oder toten Tieren auf der unten verlinkten Projekt-Webseite "Spurensuche Gartenschläfer" melden. Die interessant gestaltete Seite bietet zudem viele weitere Informationen rund um den Gartenschläfer.

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