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Gedenken zum 77. Jahrestag der Deportation der Wiesbadener Sinti
Gemeinsame Pressemitteilung der Landeshauptstadt Wiesbaden und des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen.
Vor 77 Jahren, am 8. März 1943, wurden 119 Angehörige der Sinti von Wiesbaden aus in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Im vergangenen Jahr hat die Landeshauptstadt Wiesbaden auf den Vorschlag des Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma hin beschlossen, der Deportation der Wiesbadener Sinti nunmehr jährlich zu gedenken.

„Wir gedenken am 8. März unseren Menschen, die von Wiesbaden aus von den Nazis entrechtet, verschleppt, gedemütigt, gefoltert und ermordet wurden. Dabei ist auch wichtig zu verstehen, dass die Verfolgung von Sinti und Roma bereits viele Jahrhunderte vor dem Nationalsozialismus begonnen hat. Leider endete die Ausgrenzung auch nach dem Völkermord an unseren Menschen nicht. Die Überlebenden der NS-Verfolgung waren weiterhin Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten ausgesetzt, sie wurden wieder an den Rand der Gesellschaft gedrängt, auch nach dem Krieg. Das hat Auswirkungen bis auf den heutigen Tag, viele unserer Menschen sind noch immer schlechter gestellt“ erklärt Adam Strauß, Vorsitzender des Landesverbandes und ergänzt: „Große Teile der Bevölkerung unterstellen den Angehörigen unserer Minderheit ebenfalls noch immer, kriminell oder arbeitsscheu zu sein. Das muss endlich aufhören. Das Erstarken von Rechtspopulismus und Hassverbrechen in Deutschland und ganz Europa macht uns große Sorgen. Deshalb ist heute das Engagement derjenigen, die sich gegen Vorurteile und für Demokratie und Toleranz einsetzen und streiten, wichtiger denn je. Wir dürfen den öffentlichen Raum nicht den Feinden der offenen Gesellschaft überlassen. Wir gedenken den Toten, aber wir denken dabei auch an die Gegenwart und die Zukunft. Die Verfolgten mahnen uns, dass sich Auschwitz niemals wiederholen darf.“

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende bekräftigt: „Seit 1992 steht in der Bahnhofstraße das Mahnmal, das dauerhaft an die Deportation von 119 Wiesbadener Sinti in das Konzentrationslager Auschwitz und an den Völkermord der Nazis an Sinti und Roma erinnern soll. Dieses Mahnmal soll, heute wieder mehr denn je, ein deutliches Zeichen für Haltung und Rückgrat, Hinschauen und Einmischen, Mitgefühl und Solidarität sein.“ Das Mahnmal besteht aus einem großen dreigeteilten Sandsteinblock. Er zeigt eine Gruppe von Männern, Frauen und Kindern, die sich - erdrückt unter einer schweren Last - auf dem Weg in den Untergang befindet. „Es ist wichtig, diesen immer noch so wenig wahrgenommen Teil des Rassenwahns der Nazis eindringlich ins Gedächtnis zu rufen. Das Gedenken an die Deportation Wiesbadener Sinti im Jahr 1943 ist fester Bestandteil der Erinnerungskultur in unserer Stadt“, so Mende.

Anlässlich des 77. Jahrestages der Deportationen findet am 8. März 2020 um 16 Uhr eine gemeinsame Gedenkstunde am Mahnmal in der Bahnhofsstraße am Geschwister-Stock-Platz 1, statt.

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Herausgeber:
Pressereferat
der Landeshauptstadt Wiesbaden
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden
Für Fragen der Bürgerinnen und Bürger
Telefonzentrale Rathaus:

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