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„Miteinander statt nebeneinander“
„Miteinander statt nebeneinander – Migrantenorganisationen als wichtige Bildungsakteure“ lautete der Titel der Veranstaltung am Samstag, 23. November. Unter Beteiligung von 19 Migrantenorganisationen, des Oberbürgermeisters Gert-Uwe Mende und des Integrationsdezernenten Christoph Manjura sowie weiteren Vertretern aus Politik, der Stadtverwaltung und Integrationsarbeit entwickelte sich ein offener Dialog.
80 Personen nahmen an der Veranstaltung des Amtes für Zuwanderung und Integration teil. Vorgestellt wurden die Ergebnisse einer qualitativen Befragung bei Migrantenorganisationen zu deren Bildungsangeboten. Die Moderation erfolgte durch Stefan Schröder, Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers.

Alle der 26 befragten Migrantenorganisationen sind im Bildungsbereich tätig. Sie bieten beispielsweise muttersprachlich unterstützte Deutschkurse, Elternbegleitung, Hausaufgabenhilfe, Schülerinformationstage, Abiturehrungen, Praktikumsbörsen, Erwachsenenbildungsangebote, Bildungsausflüge, Jobbörsen, Patenbegleitung und weitere Formate an. Bildung ist oftmals auch ein Vereinsziel. Das größte Bildungsengagement liegt im Bereich Eltern-/ Familienbildung, Spracherwerb und Erwachsenenbildung. Gefragt nach dem, was im Bildungsbereich aus Sicht der Migrantenorganisationen besonders wichtig ist, waren die Antworten eindeutig. Den größten Bedarf sehen Migrantenorganisationen im Bereich Deutscherwerb, Schule und Beruf / Weiterbildung – hier braucht es mehr Beratung, Information und Begleitung insbesondere für die Gruppe der Neuzugewanderten. Außerdem ist in den letzten Jahren die Nachfrage nach muttersprachlich unterstützenden Angeboten vor allem beim Deutscherwerb und bei der Erstorientierung gestiegen.

Bei der Suche nach finanziellen Mitteln für die Arbeit der Migrantenorganisationen konnte in der Befragung ein geringes Wissen über den Zugang zu Fördermitteln bei gleichzeitigem Bedarf an finanzieller Unterstützung festgestellt werden. Obwohl Migrantenorganisationen gut in ihr lokales Umfeld eingebunden sind, gibt es wenige Systemkenntnisse über bildungsrelevante Serviceangebote und Ansprechpersonen. Deshalb wird als unterstützende Maßnahmen vor allem eine fachliche Beratungsstelle mit einem persönlichen Ansprechperson für Migrantenorganisationen gewünscht. Weiterhin wird Hilfe bei der Vermittlung von Räumlichkeiten für die Bildungsarbeit erbeten.

Bei der Zusammenarbeit mit bildungsrelevanten Institutionen zeigt die Befragung, dass Migrantenorganisationen bislang punktuell mit diesen kooperieren, sich jedoch durchaus mehr Vernetzung im Integrations- und Bildungsbereich wünschen. Ganz deutlich wird dieser Wunsch in den Bereichen Schule und Weiterbildung geäußert. Eine große Offenheit und Bereitschaft zur Kooperation mit städtischen Fachabteilungen insbesondere mit der Integrationsabteilung wurde signalisiert. Aber auch die Vernetzung unter den Migrantenorganisationen wurde als ein wichtiges Handlungsfeld benannt. Migrantenorganisationen wollen gleichberechtigte Kooperationspartner auf Augenhöhe sein.

Integrationsdezernent Christoph Manjura freute sich „mit welch hohem ehrenamtlichen Engagement Migrantenorganisationen sich in den vielfältigen Projekten als Bildungsakteure einbringen. Die Stadt Wiesbaden möchte nun direkt an die Befragungsergebnisse mit einem städtischen Handlungsprogramm anknüpfen.“ Dieses sieht die Schaffung einer städtischen Anlaufstelle für Migrantenorganisationen, eingebettet in ein Konzept zur Kooperation mit Migrantenorganisationen beim Amt für Zuwanderung und Integration vor. Außerdem gilt es die vorhandenen Kompetenzen in den Migrantenorganisationen auszubauen und Multiplikatoren zu qualifizieren. Um nicht nebeneinander, sondern miteinander zu arbeiten, ist es ebenfalls Aufgabe der Verwaltung ein Format zum Austausch, zur Kooperation und Vernetzung im Bildungsbereich unter Einbeziehung von Migrantenorganisationen zu entwickeln.

Oberbürgermeister Mende betonte, dass „die Stadt Wiesbaden Ressourcen für diese wichtige Arbeit zur Verfügung stellen wird, damit die Menschen, die in unsere Stadt kommen, möglichst schnell Zugang zu möglichst vielen Bildungsbereichen haben. Migrantenorganisatoren sind wichtige Akteure der Wiesbadner Zivilgesellschaft und möchten als solche wahrgenommen werden.“ Die Veranstaltung diente dem Miteinander im gemeinsamen Dialog. Dass dies nicht nur ein Wunsch bleibt, der sich lediglich im Titel der Veranstaltung wiederfand, wurde bildhaft deutlich, als aus der Mitte der Teilnehmenden der Wunsch geäußert wurde, dass sich alle kurz vorstellen mögen. Spontan gingen Moderator Herr Schröder und Stadtrat Manjura mit jeweils einem Mikro durch die Reihen und gestalteten „Miteinander statt nebeneinander“ die Vorstellungsrunde lebhaft und kurzweilig.

Hintergrund:
Für aus dem Ausland neu Zugewanderte sind häufig Migrantenorganisationen eine wichtige Anlaufstelle bei der ersten Orientierung in Wiesbaden. Sie kennen die Bedürfnisse von Neuzugewanderten und die Stadt gleichermaßen, bieten häufig muttersprachliche Hilfen und sind eine Brücke zwischen Migrantinnen und Migranten sowie der Aufnahmegesellschaft. Um zu erfahren, welche Angebote im Bildungssektor für Neuzugewanderte von Migrantenorganisationen realisiert werden und wie sie bei ihrer Arbeit unterstützt werden können, führte das Amt für Zuwanderung und Integration im Rahmen des Projektes Bildungskoordination für Neuzugewanderte (gefördert aus Mitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung) eine qualitative Umfrage durch. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die Ergebnisse der Befragung sowie die Konsequenzen der Stadt Wiesbaden von der Bildungskoordinatorin Andrea Hausy der Fachöffentlichkeit präsentiert.

Nähere Informationen gibt es bei der zuständigen Mitarbeiterin der Integrationsabteilung, Andrea Hausy, Telefon (0611) 314406, Fax (0611) 315911, E-Mail: amt-fuer-zuwanderung-und-integration@wiesbaden.de.

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Herausgeber:
Pressereferat
der Landeshauptstadt Wiesbaden
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden
Für Fragen der Bürgerinnen und Bürger
Telefonzentrale Rathaus:

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