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Pressemitteilung der Landeshauptstadt Wiesbaden

Ehrengrab für Gerda Stryi-Leitgeb

Magistrat und Ältestenrat haben beschlossen, der Grabstätte von Gerda Stryi-Leitgeb auf dem Südfriedhof bis Februar 2055 die Eigenschaft eines Ehrengrabes zuzuerkennen.

„Gerda Stryi-Leitgeb war eine bedeutende Malerin des 20. Jahrhunderts, die über Jahrzehnte in Wiesbaden gewirkt und das künstlerisch-kulturelle Leben mitgeprägt hat. Nicht nur als Künstlerin, sondern auch als Lehrerin und in der Vereinsarbeit hat sich Stryi-Leitgeb engagiert. Mit der Zuerkennung als Ehrengrab würdigen wir die Lebensleistung dieser beeindruckenden Persönlichkeit“, erklärt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende.

Gerda Johanna Stryi-Leitgeb (geborene Stryi) wurde am 20. Mai 1904 in Kattowitz geboren. Nach ihrem Schulabschluss nahm sie 1921 ein Studium an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau auf, 1922 wurde sie für ihre herausragenden Arbeiten mit dem Akademiepreis ausgezeichnet. In dieser Zeit war sie bereits Mitglied in mehreren Künstlervereinigungen, über die ihre Werke verbreitet wurden und sie Zugang zu großen Ausstellungen erhielt. Nach Abschluss ihres Studiums reiste sie mit ihrem Ehemann Erich Leitgeb durch Europa und entwickelte ihren künstlerischen Stil weiter, der unter anderem durch Architekturfassaden Süditaliens inspiriert wurde. 1934 trat Stryi-Leitgeb zwar der Reichskammer der bildenden Künste bei, ihre Werke wurden jedoch zu keinen Ausstellungen zugelassen. Einige ihrer Werke galten sogar als sogenannte „entartete“ Kunst. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges musste sie im Rahmen der Vertreibung der Deutschen aus den Ostgebieten Breslau verlassen und zog über verschiedene Stationen 1948 nach Wiesbaden. Ihr Ehemann gewann 1950 den städtischen Wettbewerb zur Gestaltung der Wandelhalle an den Theaterkolonnaden. Diese Arbeiten konnte er nicht vollenden, da er überraschend starb. Stryi-Leitgeb übernahm jedoch den Auftrag und gestaltete die elf Sopraporten in Freskotechnik. Im gleichen Jahr gründete sie den Wiesbadener Künstlerverein „Künstlergruppe 50“ mit. In den Folgejahren gewann sie weitere öffentliche Wettbewerbe und gestaltete unter anderem ein großes Wandbild in Rotenburg an der Fulda. Darüber hinaus arbeitete sie zwischen 1953 und 1955 als Kunsterzieherin am Städtischen Realgymnasium für Mädchen am Boseplatz (heutiges Gymnasium Elly-Heuss-Schule). Danach war sie ausschließlich als freischaffende Künstlerin tätig, stellte aus und unternahm Studienreisen nach Südeuropa. Von 1972 bis 1980 war sie zudem ehrenamtlich im Vorstand des Nassauischen Kunstvereins tätig. Stryi-Leitgeb verstarb am 9. November 1992 in Wiesbaden.

Ehrengräber der Landeshauptstadt Wiesbaden werden an Personen verliehen, die sich zu Lebzeiten entweder hervorragende Verdienste um die Landeshauptstadt Wiesbaden selbst erworben haben oder deren hervorragende Leistungen auf kommunalpolitischem, künstlerischem, kulturellem, wissenschaftlichem, wirtschaftlichem oder sozialem Gebiet honoriert werden.


Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.

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