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Leben in Wiesbaden

Geschichte

Neben den Mühlen am Dendelbach war die 1819 vollendete Infanteriekaserne an der Schwalbacher Straße das erste Gebäude im Gebiet des heutigen Stadtbezirks.

Seit 1840 entstanden allmählich die Dotzheimer Straße und die heutige Emser Straße mit Wohnhäusern, ab 1850 die ersten Häuser an der seinerzeit als Stichstraße zum Faulweidenborn angelegten heutigen Wellritzstraße kamen.

Mit der Bebauung der 1863 angelegten Helenenstraße und der Anlage von Hellmund-, Franken- und Walramstraße Anfang 1870 wuchs allmählich das „innere" Westend zwischen Emser Straße und Bleichstraße sowie Schwalbacher Straße und dem gegen 1900 vollendeten ersten Ring. An der Wende zum 20. Jahrhundert war insbesondere durch die Anlage der Bertramstraße eine nahezu geschlossene Bebauung erreicht, die zudem bereits weit nach Westen über die Ringstraße - in das so genannte Feldherrnviertel - hinausgriff und bis zum Beginn des ersten Weltkriegs nahezu überall bereits die Grenzen des heutigen Stadtbezirks erreichte. Nur in den westlichen Randbereichen blieben noch Freiflächen, die nach Arrondierungen vor allem im Bereich der Klarenthaler Straße in den 20-er Jahren, zum Teil auch erst nach dem zweiten Weltkrieg mit Wohngebäuden besetzt wurden.

Kennzeichnend für die Blockbebauung der Jahre bis zum ersten Weltkrieg sind hochwertige Fassaden an breiten, zum Teil als Alleen ausgeführten Straßen mit einer wesentlich einfacheren Bausubstanz an den zwei- bis dreifachen Hinterhofachsen und die bis heute bestehende Durchmischung von Wohn- und gewerblicher Nutzung.

Nach dem Ankauf des Geländes der Infanteriekaserne durch die Stadt und dem Abriss der militärischen Bauten kurz vor dem ersten Weltkrieg entstanden dort eine Freifläche, der heutige Platz der deutschen Einheit, sowie der 1916 vollendete Neubau der Höheren Mädchenschule II (Elly-Heuss-Schule), die 1907 aus der Schlossplatzschule ausgegliedert worden war. Auf eine nur wenig ältere Geschichte blickt die Leibnizschule zurück, die 1905 als Städtische Oberrealschule am Zietenring eröffnet wurde.

Als erste Schule im heutigen Stadtbezirk war 1879 die Schule an der Bleichstraße eingeweiht worden, inzwischen längst integriert in die 1897 eröffnete Blücherschule. An der Wellritzstraße erhielt 1881 die Gewerbeschule eine neue Unterkunft, deren Tradition - als eine der ältesten Einrichtungen dieser Art in Deutschland - sich auf die 1845 am Markt eröffnete Gewerbliche Fortbildungsschule zurückführen lässt. In der dortigen Aula tagte seit dem 2. Juli 1946 die nach der NS-Diktatur erste wieder demokratisch gewählte Stadtverordnetenversammlung; sie blieb bis Juli 1951 deren Domizil, bis nämlich der Wiederaufbau des im zweiten Weltkrieg stark beschädigten Rathauses abgeschlossen war. Aus der Gewerbeschule selbst gingen die Friedrich-Ebert-Schule und die Kerschensteinerschule hervor, beide im heutigen Stadtbezirk Südost.

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