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Ausstellungseröffnung „Der Weg der Sinti und Roma“ im Stadtmuseum
Vor 75 Jahren wurden die Wiesbadener Sinti nach Auschwitz deportiert. Aus diesem traurigen Anlass finden 2018 erstmalig in der Hessischen Landeshauptstadt „Kulturwochen gegen Antiziganismus“ statt. Sie werden am Dienstag, 29. Mai, im „sam - Stadtmuseum am Markt“ zusammen mit der mobilen Ausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ eröffnet.
Warum wird der Minderheit so viel Aufmerksamkeit gewidmet? Weil es noch immer nötig ist. Der Antiziganismus stellt noch immer die größte gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit hierzulande dar. In ganz Europa sind Sinti und Roma noch immer Diskriminierungen bis hin zu rassistischen Verfolgungen und Mord ausgesetzt.

Die kommende Sonderausstellung im „sam - Stadtmuseum am Markt“ ist das Ergebnis langjähriger Arbeit des Landesverbandes der deutschen Sinti und Roma in Hessen. Die Ausstellung erklärt, woher Sinti und Roma kommen und wie lange sie schon im deutschsprachigen Raum leben. Im Zentrum stehen die jahrhundertealten Vorurteile gegenüber Sinti und Roma. Bereits zu Beginn der Neuzeit vor 500 Jahren wurden Sinti und Roma als „Zigeuner“ stigmatisiert und diskriminiert, mit schrecklichen Folgen für die Betroffenen. Klischees und Vorurteile wurden über die Jahrhunderte in Kunst und Literatur tradiert und hielten sich hartnäckig.

Der Tiefpunkt der Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma war der Völkermord durch die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg. Doch auch nach dem Krieg endete die Diskriminierung gegenüber den Überlebenden nicht. Lange mussten sie um Anerkennung kämpfen. Die Ausstellung thematisiert auch die Anfänge in der Bürgerrechtsbewegung, als Sinti und Roma organisiert damit begannen, sich gegen die fortgesetzte Ungerechtigkeit zu wehren. Obwohl sie Erfolge erzielen konnten, beispielsweise die späte Anerkennung des Völkermordes im Zweiten Weltkrieg im Jahre 1982, sind die „Zigeuner“-Bilder noch immer in den Köpfen der Menschen präsent. In Presse, Film, Fernsehen und der Popmusik finden sich auch heute noch so zahlreiche Beispiele, dass man beinahe von einem kulturellen Code sprechen kann, der Sinti und Roma zu „Zigeunern“ macht und ihnen unterstellt, anders und schlecht zu sein.

Mit der Sonderausstellung „Der Weg der Sinti und Roma“ möchte das „sam - Stadtmuseum am Markt“ einen Beitrag zur Aufklärungsarbeit leisten. Vorurteile und Klischees können nicht in Frage gestellt werden, wenn kritisches Wissen fehlt. Gerade in den heutigen Zeiten – vor dem Hintergrund der politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und Europa – ist es enorm wichtig, populistischem Gedankengut entgegenzuwirken.

Dies setzt das „sam - Stadtmuseum am Markt“ auf unterschiedlichen Wegen um. Damit gezielt jüngere Menschen angesprochen werden, bietet das Museum zusammen mit dem Landesverband eine Schulung für Schüler im Vorfeld der Ausstellungseröffnung an. Die Schüler lernen hier, wie sie ihre Mitschüler durch die Ausstellung führen können. Angenommen haben das Projekt Schüler der Helene-Lange-Schule sowie des Campus Klarenthal.

Im Begleitprogramm der Ausstellung findet sich ein musikalischer Mittag. Mitglieder des Romeo Franz Ensemble werden am 10. Juni am Museumsbrunnen mit Swing und Jazz aufwarten. Das Museum möchte die Gelegenheit nutzen, um auf den musikalischen Beitrag von Sinti und Roma zur deutschen und europäischen Kultur hinzuweisen.

Ein weiteres Highlight im Rahmenprogramm ist ein Filmabend. Am 12. Juni zeigt das sam den Film „Bis zum Ende der Welt“, der einen aktuellen Bezug zur Thematik der Ausstellung herstellt, indem er antiziganistische Denkmuster und ihre Folgen thematisiert. Im Anschluss können interessierte Besucher und Zuschauer gemeinsam im sam über das Gesehene diskutieren und sich austauschen.

Führungen durch die Ausstellung können auf Anfrage gebucht werden. Einen festen Termin hierfür wird es am Abend des 19. Juni geben. Bei Fragen und Buchungswünschen: stadtmuseum@wiesbaden.de.

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65183 Wiesbaden
Für Fragen der Bürgerinnen und Bürger
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