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Stadtlexikon Wiesbaden

Baum, Joseph

Kaufmann, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime

geboren: 5. September 1874 in Wiesbaden
gestorben: 15. März 1917 in Mainz


Details

Joseph Baum war der älteste Sohn des Mitinhabers der Textilfirma Nassauischen Leinenindustrie Joseph Maier Baum, Salomon Baum (1844 ‒ 1899). 1898 trat er in das Geschäft ein, das er später gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Hermann (1877 ‒ 1923) in der dritten Generation führte. Das besondere Interesse Joseph Baums, der Mitglied der „Loge Nassau“ und des Wiesbadener Verschönerungsvereins war, galt den sozialen Folgen der Industrialisierung auf die Lebensumstände der Angestellten und kleinen Kaufleute.

1910 veröffentlichte er die Schrift „Ein soziales Problem des Kaufmannstandes“, die der örtliche Kaufmännische Verein herausgab. Seine Idee, für die in Handel und Industrie Beschäftigten Erholungsheime zu gründen, fand weit über die Grenzen Wiesbadens hinaus Anerkennung. Im Dezember 1910 erfolgte die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime, deren Vorsitz er übernahm. Anlässlich der Einweihung des Wiesbadener „Kaiser Wilhelm Heimes“ (heute Joseph-Baum-Haus) 1913 erhielt er den Titel „Königlicher Kommerzienrat“, im gleichen Jahr verlieh ihm Ernst Ludwig I., Großherzog von Hessen-Darmstadt, das Ritterkreuz I. Klasse.

Das Grab Joseph Baums befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof an der Platter Straße (Jüdische Friedhöfe). Mit seiner Frau Alice Haymann (genannt Liesel, 1876 ‒ 1942) hatte er zwei Töchter: Gertrude Klara (geboren 1903) und Edith Amalie (geboren 1907). Anfang der 1930er-Jahre heiratete Alice Baum in zweiter Ehe den Sanitätsrat Dr. Nathan Nikolaus Hess (gestorben 1939). Die Familie wurde aufgrund ihrer jüdischen Herkunft vom NS-Regime verfolgt. Den beiden Töchtern gelang die Flucht in die USA; der Versuch der Mutter, ihnen zu folgen, scheiterte jedoch, da Alice Hess kein Visum erhielt. Im August 1942 wurde sie aus Wiesbaden nach Theresienstadt deportiert, wo sie im Oktober des gleichen Jahres starb.

Literatur