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Freizeit

Tristan ­und Isolde

01.05.2026, 17:00 Uhr

Dieser Abend bleibt im Gedächtnis: Starregisseur Tiago Rodrigues, Autor und Special Guest der Maifestspiele 2026, setzt die Lupe an bei Wagners „Tristan und Isolde“. Seine Inszenierung verfolgt den wechselvollen Weg des Tristan-Mythos durch Überschreibungen und Mehrdeutigkeiten bis ins Heute. In einem riesigen Archiv blättern die Tänzer*innen Sofia Dias und Vítor Roriz Seiten dieser Geschichte auf und holen sie durch verschiedene Fragen nahe an unsere Gegenwart heran. Produziert an der Opéra Nancy, sorgte Rodrigues‘ Lesart dort nicht zuletzt für Begeisterung, weil sie „die Konzentration auf das Singen und Hören steigert“ (Concerti). Und dies wird zum Hochgenuss, denn nur junge, international erfolgreiche Wagner-Sänger*innen stehen dafür in Wiesbaden auf der Bühne: Ric Furman (Tristan) startete seine internationale Karriere mit Preisen bei Wagnerwettbewerben nach einem Engagement am hiesigen Staatstheater. Carla Filipcic Holm (Isolde) ist eine der gefragtesten Sopranistinnen Argentiniens und erobert derzeit die europäischen Bühnen und Herzen der Presse im Sturm. Während Irene Roberts, gefeiert von der Metropolitan  Opera bis zu den Bayreuther Festspielen, die Partie der Brangäne übernimmt, kommt Tommi Hakala nach seinem Erfolg in der Titelpartie des „Fliegenden Holländers“ als Kurwenal nach Wiesbaden zurück.

Eine Klasse für sich ist auch Wagners Musik für „Tristan und Isolde“. Mit dem wohl berühmtesten Akkord der Operngeschichte erschütterte der Komponist 1865 die Tonalität und öffnete das Tor ins Unbekannte. Diese Klänge lassen ihr Publikum mit der verbotenen Liebe zwischen Isolde und Tristan fiebern, schwelgen und zuletzt mit Isolde „im Welt-Atem ertrinken“. Trennen und Vereinen, Sterben und Aufstehen, Krieg und Frieden zeichnen diesen Trip intensiver musikalischer und mystischer Erfahrungen. Ein Fall für das wagnererprobte Hessische Staatsorchester unter Generalmusikdirektor Leo McFall. 

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