Wolfgang Hollegha (1929 - 2023) besetzte in Österreich eine der bedeutendsten Positionen der Malerei nach dem Zweiten Weltkrieg. Ausgehend von der eigenen Wahrnehmung untersuchte er in seiner Abstraktion die Beziehung des Menschen zu den sichtbaren Dingen. Er war ein Meister der präzisen Verdichtung und Reduktion. Das macht ihn heute, in einer Zeit, in der visuelle Reize allgegenwärtig sind, höchst aktuell. Bereits um 1960 feierte der Künstler große Erfolge in New York.
Clement Greenberg, einer der einflussreichsten US-amerikanischen Kunstkritiker, sah Hollegha auf Augenhöhe mit den Protagonisten des Abstrakten Expressionismus. Tatsächlich stellte der Maler in den USA an der Seite von Malerinnen und Malern wie Helen Frankenthaler, Morris Louis oder Kenneth Noland aus. Trotz dieser internationalen Anerkennung entschied sich Hollegha bewusst gegen eine Karriere in den Kunstmetropolen und zog sich 1962 auf einen Bauernhof am Rechberg, nördlich von Graz, zurück. In dieser Abgeschiedenheit entwickelte er über sechs Jahrzehnte ein farbenprächtiges, oft monumentales Werk. Jetzt feiert Hollegha seine große Deutschlandpremiere. Zu erleben sind ein exklusiver Einstieg in seine Farb- und Formwelt sowie persönliche Hintergrundgeschichten, über die es sich ins Gespräch zu kommen lohnt