Berlin, in den 1940er-Jahren: Martha E. ist fleißig und äußerst sparsam. Gute Eigenschaften für die Stelle als Hausbesorgerin, die sie im Schöneberger Mietshaus der Brüder Berkowitz innehat. Liane Berkowitz kommt aus gutem Hause, ein neugieriges und lebenslustiges Mädchen, das mitten im Krieg die Liebe kennenlernt – und den Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Jahrzehnte später wandert Martha die Straßen Schönebergs entlang, zerlumpt und abgerissen. Jeder kennt sie, doch keiner weiß, wer sie wirklich ist: eine Millionärin und Zeugin von Lianes schicksalhaftem Leben. Nicht einmal ein Foto gibt es von Martha, der Kiezlegende. Aber die Journalistin Shelly Kupferberg erinnert sich an ihre ärmliche Erscheinung, die langen verfilzten Haare. In der Schöneberger Crellestraße lebt Martha 80 Jahre, bis 2004, so wie damals schon Shelly Kupferberg.
Sie will es irgendwann genauer wissen: steinreich sei Martha gewesen – was ist dran an diesem Gerücht? Die Spurensuche führt Shelly Kupferberg ins Grundbuchamt. Dort erfährt sie: Martha war tatsächlich Hausbesitzerin. Wie sie dazu kam, wird zur Geschichte des Romans. Wie wurde Martha zur Hausbesitzerin? Das rekonstruiert die Autorin literarisch frei – aber historisch genau recherchiert. Sie beschreibt in ihrem Roman, wie zwei Frauen während der Nazizeit Mut, Herz und Haltung beweisen.
Shelly Kupferberg, geboren 1974 in Tel Aviv, ist in Westberlin aufgewachsen und hat Publizistik, Theater- und Musikwissenschaften studiert. Sie ist Journalistin und moderiert für ›Deutschlandfunk Kultur‹ und ›RBB radio3‹ Sendungen zu Kultur und Gesellschaft. Ihr erstes Buch ›Isidor‹ war ein Erfolg bei Publikum und Presse. Shelly Kupferberg lebt mit ihrer Familie in Berlin.
Bildcopyright: Heike Steinweg
Hinweise
Autorinnenlesung & Gespräch: Shelly Kupferberg Moderation: Shirin Sojitrawalla (u.a. DLF, taz, NGFH)
Eintritt kostenfrei, Einlass nur mit vorheriger Reservierung bei der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden.