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Engagement

Beck-Preis für Scherbakowa und Nawalnaja

Den Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage der Landeshauptstadt Wiesbaden haben für das Jahr 2025 die russische Historikerin und Publizistin Dr. Irina Scherbakowa sowie die russische Menschenrechtsaktivistin Julia Nawalnaja erhalten. Der Preis für Bürgermut geht an Johann Zernickel und Andrej Belosludov.

Dr. Irina Scherbakowa

Dr. Irina Scherbakowa

Irina Scherbakowa wurde für ihr langjähriges Engagement als Gründungsmitglied der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial ausgezeichnet. Die Historikerin engagiert sich für die Aufarbeitung und Aufklärung der Verbrechen der sowjetischen politischen Gewaltherrschaft. Sie gilt als Sprachrohr der Freiheitsbewegung in Russland und setzt sich für ein demokratisches Russland und eine Aussöhnung ein. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat Scherbakowa ihr Heimatland verlassen. Seit Juli 2022 lebt sie im Exil in Deutschland.

Julia Nawalnaja

Frau mit blonden Haaren und blauem Kleid.
Die russische Menschenrechtsaktivistin Julia Nawalnaja erhält den Ludwig-Beck-Preis.

Julia Nawalnaja wurde für die jahrelange Unterstützung ihres Mannes, des Oppositionspolitikers Alexej Nawalny bis zu dessen Tod geehrt. Sie tritt für die elementaren Werte der UN-Menschenrechtscharta ein unter Gefährdung ihrer Freiheit und ihres Lebens. Auf diese Weise führt sie den politischen Kampf ihres Mannes fort und engagiert sich für Freiheit, Demokratie und Frieden.


Wiesbaden versteht sich als Stadt der Verantwortung, der Erinnerung und der Haltung. Die diesjährigen Preisträgerinnen verkörpern dieses Vermächtnis in eindrucksvoller Weise. Beide stehen für den Mut, sich öffentlicher Repression nicht zu beugen.

Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende

Über den Ludwig-Beck-Preis

Mit dem Ludwig-Beck-Preis für Zivilcourage ehrt die Stadt Menschen, Institutionen oder Vereinigungen aus aller Welt, die sich mit besonderer Zivilcourage für das Allgemeinwohl, das friedliche Zusammenleben, die soziale Gerechtigkeit und die Grundprinzipien der Demokratie und des Rechtsstaats eingesetzt haben. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert.

Preis für Bürgermut: Johann Zernickel und Andrej Belosludov

Mit dem Preis für Bürgermut werden seit 2011 Personen, Vereinigungen und Institutionen aus Wiesbaden geehrt, die sich in besonderer Weise für andere Menschen eingesetzt haben.

Die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung ging 2025 an Johann Zernickel und Andrej Belosludov. Sie wurden vom damaligen Polizeipräsidenten von Westhessen, Felix Paschek, vorgeschlagen. Im April 2024 retteten Zernickel und Belosludov eine Nachbarin vor einem Messerangriff. Zernickel zog den Angreifer von der Nachbarin weg und hielt ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Belosludov sicherte währenddessen das Messer, das der Angreifer fallengelassen hatte, und leistete Erste Hilfe. Die schwerverletzte Nachbarin wurde nach dem Eintreffen von Polizei und Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht und dort erfolgreich operiert.

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