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Öffentlicher Raum

Eröffnung des umgestalteten Schlossplatzes

24 klimaresiliente Bäume, Natursteinpflaster und eine moderne technische Infrastruktur - der erste Bauabschnitt des Schlossplatzes ist abgeschlossen.

Neu gestalteter Platz vor einer historischen Kirche.
Der neugestaltete Schlossplatz vor der Marktkirche.

Nach dem Baubeginn am 27. August 2025 konnte der erste von drei Bauabschnitten bereits nach rund einem Jahr Bauzeit abgeschlossen werden – rund neun Monate früher als ursprünglich vorgesehen. Damit ist ein wichtiger Meilenstein des Gesamtprojektes erreicht: 24 neue Bäume wurden gepflanzt, neues Natursteinpflaster verlegt und die technischen Voraussetzungen für die vielfältige Nutzung des Platzes geschaffen.

Mit der Umgestaltung wird der Schlossplatz nicht nur optisch aufgewertet, sondern auch technisch und ökologisch zukunftsfähig gestaltet. Der Platz im historischen Zentrum wird jährlich stark genutzt – unter anderem für die Weinwoche, den Sternschnuppenmarkt, das Internationale Stadtfest und den Fastnachtsumzug. Zusätzlich dient er als Ausweichfläche, wenn das Dern’sche Gelände belegt ist. Deshalb wurde bei der Neugestaltung nicht nur auf ein ansprechendes Erscheinungsbild, sondern vor allem auf eine robuste, klimaangepasste und langfristig tragfähige Lösung gesetzt. 

Unter der Platzfläche wurden zwei große zusammenhängende unterirdische Baumquartiere geschaffen, jeweils für zwölf Bäume. Jedes dieser Quartiere ist etwa 1,5 Meter tief und erstreckt sich über eine Fläche von rund 9 mal 30 Metern. Dadurch entsteht für die Wurzeln deutlich mehr Raum, als an der Oberfläche sichtbar ist. Dieser große unterirdische Wurzelraum ist für die langfristige Entwicklung der Bäume von zentraler Bedeutung. 

Das Pflaster über den neuen Baumstandorten liegt auf einer Stahlträgerunterkonstruktion, damit der Boden bei Festen, Aufbauten und Publikumsverkehr nicht weiter verdichtet wird. Das Pflaster „schwebt“ gewissermaßen über dem Boden. Dadurch werden die Bäume und ihr Wurzelbereich besser geschützt und die Veranstaltungsnutzung des Platzes bleibt möglich, ohne dass die Erdschichten dauerhaft belastet werden. So können Stände sicher aufgebaut werden, während die Wurzeln ausreichend Luft und Raum behalten. 

Ergänzt wird das System durch zwei je 20 Kubikmeter große Zisternen (entspricht 40.000 l Fassungsvermögen insgesamt) zwischen dem Denkmal Schweiger und der Marktkirche. Dort wird Regenwasser aus der gesamten Platzfläche gesammelt und zur nachhaltigen Bewässerung der Bäume genutzt. Zusätzlich ist die Entwässerung so angelegt, dass Wasser über die Baumstandorte auch abfließen kann. Die Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse für die Standbetreiber sind bereits im Boden versenkt und lassen sich bei Bedarf hochklappen. Damit wird der Platz bei Veranstaltungen barrierearm, denn es entfallen lose Kabel, Kabelbrücken und andere Stolperfallen.

Grafik Baumbepflanzung

Gepflanzt wurden Japanische Zierkirsche (Prunus serrulata ‘Kanzan’), Weiße Maulbeere (Morus alba ‘Fruitless’) und Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera). Die Arten sind standortgerecht ausgewählt und an trockene, heiße Bedingungen angepasst. Sie sollen sich langfristig zu gesunden, schattenspendenden und klimaresilienten Bäumen entwickeln und das Stadtklima verbessern. 

Die Japanische Zierkirsche bringt im Frühjahr eine auffällige Blüte mit, die Weiße Maulbeere ist robust, hitzetolerant und als Straßen- und Stadtbaum gut geeignet, und der Tulpenbaum entwickelt eine große Krone mit hohem Schattenpotenzial. Gemeinsam sollen die Bäume künftig für mehr Aufenthaltsqualität auf dem Platz sorgen und den Schlossplatz auch an heißen Tagen besser nutzbar machen. 

Die Versiegelung des Platzes hat sich gegenüber früher übrigens nicht erhöht: Es wurde lediglich ein anderer Belag Oberflächenbelag eingebaut, der der zukünftigen Nutzung besser gerecht wird. Das neue Natursteinpflaster wirkt aktuell "massiver", weil die Bäume noch jung sind; mit wachsender Krone entsteht zunehmend mehr Schatten und optische Auflockerung.

Gesamte Neugestaltung Schlossplatz

Im Zuge der Neugestaltung des Gesamtareals wird diese Grünfläche um etwa zehn Meter nach Norden verlegt und aufgewertet. Um die Pflanzflächen künftig vor Beeinträchtigungen und Schäden durch Veranstaltungen zu schützen, wird der Bereich eingefasst und neu bepflanzt. Dadurch können dort künftig keine Veranstaltungsstände mehr errichtet werden, sodass aufwendige Wiederherstellungsmaßnahmen entfallen. Damit wird die Fläche ihre Grünfunktion ganzjährig erfüllen können. Für die Planung der Grünfläche, welche sich noch in der Bearbeitung befindet, spielen Aspekte zum Hitzeschutz, Klimaresilienz und Schatten eine wesentliche Rolle. 

Die deutliche Verkürzung der Bauzeit ist das Ergebnis einer optimierten Bauablaufplanung, der engagierten und zügigen Ausführung durch das beauftragte Bauunternehmen sowie der hervorragenden Zusammenarbeit aller am Projekt beteiligten Partner. Positiv wirkten sich zudem die günstigeren Baugrundverhältnisse gegenüber den ursprünglichen Annahmen sowie die zügige Durchführung und Freigabe der archäologischen Untersuchungen aus.

Die Gesamtkosten des ersten Bauabschnitts belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Nach derzeitigem Stand wird der vorgesehene Kostenrahmen vollständig eingehalten. Mit der Neugestaltung verfolgt die Stadt das Ziel, den Schlossplatz als wichtige Veranstaltungsfläche mit einer leistungsfähigen technischen Infrastruktur zu erhalten und zugleich klimaresilient weiterzuentwickeln. Grundsätzlich versucht die Stadt Wiesbaden, innerstädtische Flächen überall zu entsiegeln und zu begrünen, wo dies möglich ist. Aktuelle Beispiele sind der Elsässer Platz und das Bülowplätzchen im Westend, die geplanten Baumpflanzungen auf der Schwalbacher Straße und darüber hinaus das "500-Bäume-Programm".

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