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Begleitprogramm "Wasser Macht Identität"

Wenn nicht anders angegeben, finden die Veranstaltungen im Marktkeller statt.

Dienstag, 29. November, 18.30 Uhr - Vortrag

"Antike Medizin – Medicus curat – natura sanat (der Arzt kuriert – die Natur heilt)"
Martin Moser

Der hohe Standard der Medizin zur Zeit der Römer lässt sich an der teils reichen Ausstattung von Arztgräbern sowie den zahlreichen Schriftzeugnissen ablesen. Anhand von zahlreichen originalgetreuen Nachbauten medizinischer Originalfunde gibt Martin Moser einen Überblick über die medizinische Versorgung in der römischen Kaiserzeit.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Dienstag, 6. Dezember, 18 Uhr - Vortrag

"Wiesbaden 'à l’antique' – Die alten Quellen und das neue Bad"
Dr. Vera Klewitz
Vortrag im Rahmen der Kulturinitiative Wiesbaden

1903 werden bei Aushubarbeiten für das „Palast-Hotel“ am Wiesbadener Kranzplatz Überreste römischer Thermenanlagen entdeckt. Kaiser Wilhelm II. höchstpersönlich besichtigt die Ausgrabungen. Das "Römertor", um dieselbe Zeit am Durchbruch durch die antike "Heidenmauer" errichtet, fügt baukastenartig Stilelemente römischer Brücken und Befestigungswerke zusammen. Der Bau des Kurhauses und vor allem des neuen städtischen „Kaiser-Friedrich-Bades“ machen abermals ein Spannungsfeld deutlich: Zerstörung und anschließende Rekonstruktion interpretieren die Vergangenheit zugunsten städtischer Identitätsstiftung und wirtschaftlichem Nutzen.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Dienstag, 13. Dezember, 18 Uhr - Vortrag

"'Von Aquae Mattiacorum 6.000 Doppelschritte entfernt' – Der römische Meilenstein von Mainz-Kastel aus dem Jahre 122 n. Chr."
Dr. Daniel Burger-Völlmecke
Vortrag im Rahmen der Kulturinitiative Wiesbaden

Römische Meilensteine waren im Römischen Reich entlang wichtiger Straßenzüge aufgestellt und gaben Orts- und Entfernungsinformationen an. Sichtbar für jeden Reisenden eigneten sie sich auch hervorragend als Mittel der kaiserlichen Propaganda. Für die Archäologie und Geschichtswissenschaften stellen Meilensteine heute eine wichtige Quellengattung dar, die Informationen über Bauprogramme, Kaiseraufenthalte oder Gebietsokkupationen geben. Der vor 1900 Jahren in Mainz-Kastel an einer nach Wiesbaden führenden Straße aufgestellte Meilenstein verdeutlicht dies besonders eindrücklich. Mit ihm liegt nicht nur die erste namentliche Erwähnung von Aquae Mattiacorum/Wiesbaden vor, er ist außerdem Zeugnis eines römischen Kaiserbesuches und stellt gleichzeitig den ältesten Meilenstein von insgesamt fünf dieser Art in Hessen dar.

Der Vortrag erläutert die Bedeutung des Meilensteins von Mainz-Kastel für die römische Geschichte Wiesbadens und der Rhein-Main-Region. Außerdem wird ein Einblick in Straßenbau, Infrastruktur und Reisen in römischer Zeit gegeben.

Der Eintritt zum Vortrag ist frei.

Dienstag, 24. Januar, 18 Uhr - Vortrag

"Roms Legionen in Wiesbaden – Badespaß und Dienstalltag"
Dr. Margot Klee

Das römische Wiesbaden war im 1. Jh. n. Chr. Garnisonstandort und Bäderstadt zugleich. Bevor der Limes im Taunus um 120 n. Chr. errichtet wurde, befand sich auf dem heutigen Heidenberg/Schulberg ein römisches Kastell mit einer Besatzung von rund 500 Soldaten. Die Aufgabe des Stützpunktes bestand darin, den heute noch von der B417 genutzten Pass über den Taunuskamm vom Limburger Becken in den Wiesbadener Talkessel zu sichern.

Ebenfalls im Laufe des 1. Jahrhunderts n. Chr. entstanden entlang der Quellspalte bis zu drei große Thermenanlagen. Sie dienten sowohl zur Heilung als auch zum Badevergnügen. Die größte von Ihnen war die Anlage am Kranzplatz, die zu den ausgedehntesten Anlagen rechts des Rheins gehörte. Der Vortrag gibt einen Einblick in das Wiesbadener Leben vor rund 2000 Jahren. Im Mittelbpunkt stehen die römischen Thermen am Kranzplatz, die trotz ihrer Bedeutung bis heute noch nicht umfassend bearbeitet wurden.