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Ausstellungen

Industrie und Holocaust

Das sam zeigt die internationale Wanderausstellung "Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz" bis zum 27. Januar 2019. Es gibt ein breit gefächertes Rahmenprogramm.

Der Vortrag von Frau Dr. Schüle "Verbrechen und Verdrängung. Die Erfurter Firma Topf & Söhne und ihre Nachkriegsgeschichte in Wiesbaden" am Dienstag, 9. Oktober, um 19 Uhr ist verschoben. Neuer Termin für den Vortrag ist Mittwoch, 7. November 2018, um 19 Uhr.

Konzipiert wurde die deutsch-englischsprachige Schau vom Erinnerungsort Topf & Söhne in Erfurt. Schirmherr der Ausstellung in Wiesbaden ist Oberbürgermeister Sven Gerich.

Als nunmehr dritte Station – nach der Gedenkstätte Auschwitz und dem Rathaus in Mainz – präsentiert das sam die Geschichte der Firma Topf & Söhne aus Erfurt. Ende des 19. Jahrhunderts als feuerungstechnisches Baugeschäft gegründet, entwickelte es sich innerhalb einer Generation zu einem erfolgreichen Großunternehmen spezialisiert auf Heizungsanlagen sowie Brauerei- und Mälzereieinrichtungen.

Geschichte des Unternehmens in der NS-Zeit

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Produktpalette erweitert unter anderem um Feuerbestattungs- und Abfallverbrennungsöfen. Die Söhne Ludwig und Ernst Wolfgang Topf übernahmen Mitte der 1930er Jahre die Firma der Eltern. 1939 begann die Geschäftsbeziehung mit der SS. Topf & Söhne stellte Be- und Entlüftungsanlagen für die Gaskammern zur Verfügung und entwickelte neue Öfen, die die Leichenbeseitigung effizienter machten. Diese Zusammenarbeit ermöglichte letztlich die fließbandmäßige Vernichtung der Juden im Holocaust.  

Anhand von Firmendokumenten, Briefen und Fotos ist es dem Besucher möglich, die Geschichte des Unternehmens in der NS-Zeit nachzuvollziehen. Die Aufträge der SS wurden wie alle anderen Aufträge entgegen genommen und verarbeitet. Von der Sekretärin über den Ingenieur bis zur Firmenleitung -  alle wurden zu Mitwissern oder Mittätern.

Es stellt sich die Frage nach der Eigenverantwortung eines jeden einzelnen. Auch wird der Diskurs über den Holocaust um die private Wirtschaft und ihre Rolle im dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte erweitert.

Rahmenprogramm

Das Stadtmuseum begleitet die Sonderausstellung mit einem umfangreichen Rahmenprogramm. Dieses startet am 31. August mit einem Gedenkstätten-Rundgang in Wiesbaden mit Dr. Axel Ulrich, Historiker und Fachmann für die NS-Zeit in Wiesbaden.

Weiterhin werden verschiedene Vorträge und Lesungen im sam zu hören sein, der Campus Klarenthal stellt im sam die von Schülern entwickelte Stolpersteine-App vor und gemeinsam mit der Caligari FilmBühne zeigt das sam Michael Verhoevens "Mutters Courage" nach dem ungarischen Theaterregisseur George Tabori (anstelle des Dokumentarfilms wie im Flyer noch angekündigt, die Änderung ergab sich nach der Drucklegung). Der Dokumentarfilm "Menschliches Versagen" von Micheal Verhoeven wird am Dienstag, 23. Oktober, um 19 Uhr im Stadtmuseum gezeigt.

Darüber hinaus werden Führungen und Workshops speziell für Schulklassen angeboten, auf Wunsch auch mit weiterführenden Arbeitsmaterialien, die eine vertiefende Bearbeitung des Themas ermöglichen.

Alle Veranstaltungen im Überblick sind im untenstehenden Flyer zu finden. Die Informationen zur Filmvorführung im Caligari "Mutters Courage" kann man der Caligari Programmbroschüre September entnehmen sowie der Homepage des Stadtmuseums.

Weitere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen werden zeitnah hier auf der Homepage, bei Facebook und in der Tagespresse veröffentlicht.

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung

  • Sonntags, 11 bis 12 Uhr
  • Termine: 19. August, 16. September, 21. Oktober, 18. November, 16. Dezember, 20. Januar 2019
  • Kosten fünf Euro, ermäßigt drei Euro