Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Ausstellungen

Industrie und Holocaust

Das sam zeigte die internationale Wanderausstellung "Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz" bis zum 27. Januar 2019. Es gab ein breit gefächertes Rahmenprogramm.

Konzipiert wurde die deutsch-englischsprachige Schau vom Erinnerungsort Topf & Söhne in Erfurt. Schirmherr der Ausstellung in Wiesbaden war Oberbürgermeister Sven Gerich.

Als dritte Station – nach der Gedenkstätte Auschwitz und dem Rathaus in Mainz – präsentierte das sam die Geschichte der Firma Topf & Söhne aus Erfurt. Ende des 19. Jahrhunderts als feuerungstechnisches Baugeschäft gegründet, entwickelte es sich innerhalb einer Generation zu einem erfolgreichen Großunternehmen spezialisiert auf Heizungsanlagen sowie Brauerei- und Mälzereieinrichtungen.

Geschichte des Unternehmens in der NS-Zeit

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Produktpalette erweitert, unter anderem um Feuerbestattungs- und Abfallverbrennungsöfen. Die Söhne Ludwig und Ernst Wolfgang Topf übernahmen Mitte der 1930er Jahre die Firma der Eltern. 1939 begann die Geschäftsbeziehung mit der SS. Topf & Söhne stellte Be- und Entlüftungsanlagen für die Gaskammern zur Verfügung und entwickelte neue Öfen, die die Leichenbeseitigung effizienter machten. Diese Zusammenarbeit ermöglichte letztlich die fließbandmäßige Vernichtung der Juden im Holocaust.  

Anhand von Firmendokumenten, Briefen und Fotos war es dem Besucher möglich, die Geschichte des Unternehmens in der NS-Zeit nachzuvollziehen. Die Aufträge der SS wurden wie alle anderen Aufträge entgegen genommen und verarbeitet. Von der Sekretärin über den Ingenieur bis zur Firmenleitung -  alle wurden zu Mitwissern oder Mittätern.

Es stellte sich die Frage nach der Eigenverantwortung eines jeden einzelnen. Auch wurde der Diskurs über den Holocaust um die private Wirtschaft und ihre Rolle im dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte erweitert.

Rahmenprogramm

Das Stadtmuseum begleitete die Sonderausstellung mit einem umfangreichen Rahmenprogramm. Dieses startete am 31. August mit einem Gedenkstätten-Rundgang in Wiesbaden mit Dr. Axel Ulrich, Historiker und Fachmann für die NS-Zeit in Wiesbaden.

Weiterhin waren verschiedene Vorträge und Lesungen im sam zu hören. Der Campus Klarenthal stellte die von Schülern entwickelte Stolpersteine-App vor und gemeinsam mit der Caligari FilmBühne zeigte das sam Michael Verhoevens "Mutters Courage" nach dem ungarischen Theaterregisseur George Tabori. Der Dokumentarfilm "Menschliches Versagen" von Micheal Verhoeven wurde am Dienstag, 23. Oktober, im Stadtmuseum gezeigt.

Darüber hinaus wurden Führungen und Workshops speziell für Schulklassen angeboten.

Alle Veranstaltungen im Überblick sind im untenstehenden Flyer zu finden.