Sprungmarken

Dritte Staffel der Stadtteil-Historiker

Die dritte Staffel der Stadtteil-Historiker steht fest. Im Folgenden die Teilnehmer und ihre Themen. Der Eintritt ist frei.

Sonntag, 9. Oktober, 11 Uhr: Ralf A. Gmelin "Baustelle Ringkirche – Großprojekt der Gründerzeit"

Dargestellt wird die Entstehung eines Monumentalbaus unter den Bedingungen der Kommunikation am Ende des 19. Jahrhunderts anhand der Originalquellen. Zur Bauzeit der Ringkirche (1891 bis 1894) wurden die meisten Absprachen zwischen dem Architekten Johannes Otzen in Berlin und den für den Bau hier in Wiesbaden zuständigen Personen z.B. dem Ersten Pfarrer der Marktkirche, Karl Bickel, oder dem damals noch jungen Pfarrer Emil Veesenmeyer in Papierform geführt, auch mit Handwerksbetrieben und Baufirmen. Nach Sichtung vieler Akten aus der Bauzeit, die überwiegend handschriftlich vorliegen, wird der Bauprozess vorgestellt.

Sonntag, 16. Oktober, 11 Uhr: Jürgen W. Schmidt "Kleinkosmos Ellenbogengasse"

1954 in Wiesbaden geboren, lebte Jürgen Schmidt von Kindheit an bis 1997 überwiegend im Haus Ellenbogengasse 10. Dieses Gebäude erwarben seine Urgroßeltern Theodor und Christine Müller bereits 1904 und zogen damals mit ihrem Schuhgeschäft „Schuhhaus Müller“ aus der Neugasse 4 in die Ellenbogengasse 10 um. Diese Gasse mit all ihren unterschiedlichen Häusern, Geschäften und Bewohnern, war eine Art Kleinkosmos im Zentrum Wiesbadens. Wer waren die vielen kleinen Geschäfte der Ellenbogengasse zur Zeit seiner Kindheit? "Wie sah (m)eine Kindheit damals in den 50-er und 60-er Jahren im Zentrum Wiesbadens aus? Unser Wohn- und Geschäftshaus in der Ellenbogengasse 10 könnte da eine Art Ausgangspunkt sein", überlegte Jürgen Schmidt und stellt in seinem Vortrag den "Kleinkosmos Ellenbogengasse" vor.

Sonntag, 23. Oktober, 11 Uhr: Veronika Moos "Nachbarn – Briefwechsel der Familien Moos und Strauss"

Von 1940 bis 1942 lebten die Familien Moos und Strauss in baugleichen Häusern in der Bahnhofstraße nebeneinander. Familie Moos wohnte in Nummer 44 Familie Strauss wohnte in Nummer 46. Die unterschiedlichen Lebensausschnitte zweier zufällig benachbarter Familien während der Zeit des Nationalsozialismus sind in Form von Briefen dokumentiert und werden im Rahmen des Vortrags vorgestellt. Die unmittelbare Nachbarschaft soll durch eine synoptische Gegenüberstellung der Briefe gespiegelt werden. Vater Heinrich Moos war überzeugter Nationalsozialist, Weinhändler Strauss war Jude. Alfred Strauss (Sohn) lebte 1948 bis 1968 erneut in Wiesbaden. Die Eheleute Moos lebten von 1940 bis 1973 in der Bahnhofstraße 44.

Sonntag, 30. Oktober, 11 Uhr: Carol Falling "Wiesbadener Komponistinnen"

Mit dem Arbeitstitel "Andante: auf den Spuren Wiesbadener Komponisten" begann Carol Falling Anekdoten sowie Programme, Briefausschnitte und Quellenmaterial aus Archiven zu sammeln, um zu erzählen, wie diese Komponisten die Kultur einer Stadt geprägt haben. Dabei stieß sie auf drei Komponistinnen, die in Wiesbaden lebten und wirkten: Louise Langhans-Japha (Wiesbadener Jahre 1874 bis 1910), Luise Le Beau (Wiesbadener Jahre 1885 bis 1890) und Helen Buchholtz (Wiesbadener Jahre 1914 bis 1924). Wie sind diese Komponistinnen in Wiesbaden in einem männlich dominierten Tätigkeitsfeld zurechtgekommen? Wie hat Wiesbaden als Stadt ihre Kunst geprägt? Können wir ihre Musik finden und sie im heutigen Wiesbaden aufführen lassen?

Sonntag, 6. November, 11 Uhr: Dr. Rolf Faber "Klarenthal - 50 Jahre Ortsbeirat, Volksbildungswerk ..."

Im Frühjahr 1966 konnten die ersten Bewohner in die neugebauten Häuser in Klarenthal einziehen. Nachdem sich die ersten Bewohner eingerichtet hatten, machte sich doch das Fehlen von Möglichkeiten des Zusammenschlusses bemerkbar. Wie es dann doch nach und nach zu der Bildung von Gemeinschaft in dem neuen Stadtteil kam (Ortsbeirat, Dachverband Klarenthaler Vereinigungen), ist Thema des Forschungsprojekts.

Sonntag, 13. November, 11 Uhr: Andrea Wecker "Fitness und Körperkult in Wiesbaden um 1900"

"Nachdem ich in der 1. Staffel der Stadtteil-Historiker Wiesbaden die große Spanne der Fitnessentwicklung von 1800 bis heute untersucht hatte, möchte ich mich dieses Mal auf die Zeitspanne beschränken, in der die Firma Rossel, Schwarz & Co. ihre Blütezeit hatte. Ziel des Projekts ist es, geschichtliche und sportwissenschaftliche Informationen über die Firma Rossel, Schwarz & Co., die um 1900 eine Monopolstellung in der Herstellung von heilgymnastischen Trainingsgeräten hatten, herauszufinden. Wie waren die Geräte aufgebaut? Wie sehen die Unterschiede zu den heutigen Fitnessgeräten aus? Wo überall in Wiesbaden wurde an den Zandergeräten trainiert? Welche Geräte wurden wie eingesetzt?", beschreibt Andrea Wecker ihr Projekt.

Sonntag, 20. November, 11 Uhr: Bernd Blaudow "Dotzheimer Pfarrerbuch – von der Reformation bis heute"

Zwischen 1818 und 1910 haben evangelische Pfarrer in Dotzheim eine Pfarrchronik geschrieben, in der viele Informationen über die einzelnen Dotzheimer Pfarrer, aber auch über deren Familien geschrieben wurde. Der berühmte Pfarrer Johann Christian Reinhard Luja (1767 bis 1847) hat diese Chronik initiiert und selbst sehr ausführlich alle verfügbaren Informationen zusammengetragen. Leider sind die Informationen über seine Vorgänger meistens sehr dürftig. Seine Nachfolger haben das Werk von Pfarrer Luja eher nachlässig weitergeführt. Hier soll das Dotzheimer Pfarrerbuch ansetzen.