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Kempf, Friedrich

Kempf, Friedrich

Katholischer Geistlicher, Universitätsprofessor

geboren: 25.06.1908 in Wiesbaden

gestorben: 29.05.2002 in Köln


Artikel

Wie sein älterer Bruder Wilhelm Kempf, der spätere Bischof von Limburg, besuchte Friedrich Kempf das humanistische Gymnasium in Wiesbaden und studierte nach dem Abitur ab 1927 Geschichte, Germanistik und Philosophie in Marburg und Berlin. Mittelalterliche Geschichte und Historische Hilfswissenschaften waren schon damals seine hauptsächlichen Interessengebiete. Seine Dissertation bei Edmund E. Stengel (Marburg 1933) über „Das Rommersdorfer Briefbuch des 13. Jahrhunderts“ „…darf als Musterbeispiel einer codicologisch-diplomatischen Analyse mittelalterlicher Brief- und Urkundensammlungen gelten“ (Jürgen Petersohn).

Ermutigt durch seinen Bruder, trat er unmittelbar nach seinem Rigorosum in den Jesuitenorden ein. Nach einem ordensinternen Studium der Theologie und Philosophie empfing er 1938 die Priesterweihe und wurde 1940 nach Rom abgeordnet. Dort besuchte er die päpstliche Archivschule und wurde 1942 zum Extraordinarius für Paläographie und Diplomatik an der päpstlichen Universität Gregoriana ernannt. Er bearbeitete in einer grundlegenden Analyse die Register Innocenz’ III. und beteiligte sich später an deren Edition, konzentrierte sich aber vor allem auf das darin enthaltene sog. „Thronstreitregister“. 1946 übernahm er das Ordinariat für Kirchengeschichte an der Gregoriana. Sein Forschungsschwerpunkt lag immer auf dem Hochmittelalter.

Für Hubert Jedins „Handbuch der Kirchengeschichte“ verfasste er große Teile des 3. Bandes und hatte die Redaktion dafür inne. Er war auch Mitherausgeber der seit 1963 erscheinenden Zeitschrift für Papstgeschichte „Archivum Historiae Pontificiae“, in der er auch selbst veröffentlichte.

1978 emeritierte Kempf. 1981 zog er aus gesundheitlichen Gründen in das Jesuitenkolleg von Frankfurt-St. Georgen, 1997, fast erblindet, in das Altenheim der Jesuiten nach Münster und schließlich 2002, bereits schwer erkrankt, nach Köln, wo er noch im selben Jahr verstarb und auf dem Melaten-Friedhof bestattet wurde.

Literatur

Friedrich Kempf wiesbaden.de/ Archiv der dt. Provinz der Jesuiten, Abt. 800, Nr. 332
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