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Deutsche Pfandbriefanstalt (Depfa)

Hinweis: Das Stadtarchiv Wiesbaden verfügt über keine Unterlagen der ehemaligen Deutschen Pfandbriefanstalt (Depfa). Insbesondere können vom Stadtarchiv Wiesbaden keine Löschungsbewilligungen für Grundbucheinträge ausgestellt werden. Wir bitten Sie, sich an den Rechtsnachfolger der Depfa zu wenden. Informationen zur Nachfolgegesellschaft erhalten Sie u.a. über die Rechtsnachfolgebank des Berufsverband der Bayerischen Notariatsbeamten und fachkundigen Mitarbeiter der Notarkasse e. V.

Artikel

Die Deutsche Pfandbriefgesellschaft (Depfa) wurde 1922 als »Preußische Landespfandbriefanstalt« in Berlin mit dem Ziel gegründet den Kleinwohnungsbau zu finanzieren. 1949 verlagerte sie ihren Hauptsitz nach Wiesbaden und hieß ab 1951 »Deutsche Pfandbriefanstalt.«. 1950–66 wurden ca. 410.000 Wohnungen mit Hilfe ihrer Hypotheken errichtet. In den 1960er-Jahren entwickelte sich mit der Finanzierung von kommunalen Krediten ein weiteres Geschäftsfeld. Durch die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der Deutschen Bau- und Bodenbank AG 1979 erweiterte die Depfa erneut ihre Geschäftstätigkeit. Bis 1987 stieg die Mitarbeiterzahl auf über 700 an, sie gehörte damit zu den wichtigsten Arbeitgebern in Wiesbaden. 1989/90 wurde die Depfa in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Nach dem Börsengang 1991 entwickelte sich die Bank zu einem europaweit agierenden Finanz- und Dienstleistungskonzern.

2001 wurde das Unternehmen aufgespalten in eine Bank zur Staatsfinanzierung, die unabhängige Depfa Bank plc, einer Aktiengesellschaft irischen Rechts mit Sitz in Dublin, und die Aareal-Bank für die Bereiche Immobilienfinanzierung und Dienstleistungen. Diese wurde zu einer eigenständigen, börsennotierten Aktiengesellschaft mit Hauptsitz Wiesbaden. Die Depfa plc fusionierte 2007 mit der Hypo Real Estate. U.a. Investitionen der Depfa in Wertpapiere des sogenannten Subprime Sektors führten zu den großen Schwierigkeiten der Bank in der Finanzkrise 2008/09, die nach enormen staatlichen Finanzhilfen in der Verstaatlichung mündeten. Nach einem erneuten Versuch der Umstrukturierung wurde sie 2014 abgewickelt.

Literatur

Deutsche Pfandbriefanstalt. In: Wiesbadener Leben 4/1967 [S. 34].

Depfa: Privatisierung schadet nicht – Modernisierungsfinanzierung
stark gestiegen. In: Wiesbadener Leben 3/1987 [S. 34].

Deutsche Pfandbriefanstalt, um 1970 wiesbaden.de/ Stadtarchiv Wiesbaden, F000-7381, Urheber: Hans A. Scheffler
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