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Grorother Hof

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Der Grorother Hof ist einer von fünf Höfen, die das seit 1300 zum Erzbistum Mainz gehörende Frauenstein auf nassauischem Gebiet umschließen. Die Ursprünge dieser wehrhaften Anlage mit Rundtürmen und Schießscharten liegen im Dunkeln. Der seit 1327 belegte Name »Grawenrode« legt die Vermutung nahe, dass das Anwesen auf Rodungsarbeiten der Nassauer Grafen zurückgeführt werden kann. Das über einem Eingangstor zu sehende Wappen der späteren Herren von Grorod zeigt einen Zwerg, der eine Rodhacke trägt.

Die Familie Grorod bekam das Gut von den Grafen als erbliches Lehen übertragen. Die Pest löschte dieses Geschlecht 1635 aus. Das Gut wechselte in der folgenden Zeit mehrfach den Besitzer, zwischenzeitlich hatte es auch der Erzbischof Damian Hartard von Mainz erworben, der bereits das benachbarte Gut Armada besaß. Nach dem Tod des Erzbischofs gab es um den Besitz kleinere militärische Geplänkel, bis Anton von Sohlern, Vizekanzler des Trierer Kurfürsten, den Grorother Hof erwarb. Mit der Entmündigung des letzten von Sohlern fiel der Hof in die Zwangsverwaltung der nassauischen Regierung, die das Gut an den Eigentümer des Nürnberger Hofs versteigerte. Weitere Besitzerwechsel folgten. 1959 erwarb die Stadt Wiesbaden den Hof.

Heute teilen sich das Anwesen die Winzergenossenschaft Frauenstein und die Winzerfamilie Udo Ott. Es birgt neben Weinkellern, Weinverkauf und einem gastronomischen Betrieb auch einen Gutsausschank in einem lauschigen Bauerngarten.

Literatur

Strauß, Harald: Heimatbuch Wiesbaden-Frauenstein, Wiesbaden-Frauenstein 1998 [S. 58 ff.].

Einfahrt zum Grorother Hof, 1978 wiesbaden.de/ Stadtarchiv Wiesbaden, F001-972, Urheber: Joachim B. Weber
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