Neues Winterquartier für Fledermäuse im Kalkofen eröffnet
Mit der Einweihung des Fledermaustunnels „Petra“ am Donnerstag, 5. März, ist im Bereich des Kalkofens ein bedeutendes neues Winterquartier für Fledermäuse entstanden. Das Projekt wurde im November 2025 fertiggestellt und nun durch Bürgermeisterin Christiane Hinninger und Umweltamtsleiter Dr. Klaus Friedrich eröffnet.
Christiane Hinninger betonte: „Der Fledermaustunnel ist eine von vielen Maßnahmen, die zur Erhaltung von Arten und Sicherung ihrer Lebensräume in Wiesbaden umgesetzt werden. Angesichts der globalen Biodiversitätskrise kommt der Schaffung von Rückzugsräumen eine zentrale Bedeutung zu.“
Der Kalkofen, ein ehemaliger Steinbruch nördlich der städtischen Deponie, zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Lebensräumen aus und bietet bereits heute wertvolle Habitate für unterschiedliche Arten, darunter auch Fledermäuse.
„Mit dem neuen Quartier wird die ökologische Bedeutung des Gebietes weiter ausgebaut. Fledermäuse übernehmen im Naturhaushalt wichtige Funktionen. Sie verbreiten Pflanzensamen und als Insektenjäger verhindern sie die Massenvermehrung einzelner Fluginsekten und tragen so zur Stabilität ökologischer Gefüge bei“, erklärt Dr. Klaus Friedrich.
Fledermäuse sind aber stark vom Verlust geeigneter Lebensräume betroffen. Das Fällen alter Bäume mit Höhlenstrukturen oder Gebäudesanierungen, bei denen Spalten und Nischen verschlossen werden, führen zunehmend zum Wegfall geeigneter Quartiere. Die gezielte Schaffung neuer Rückzugsorte ist daher ein wesentlicher Beitrag zum Artenschutz.
Ein solcher neuer Lebensraum wurde nun mit dem Tunnel zwischen dem Deponiegelände der ELW und dem Kalkofen eröffnet. Der Tunnel, der den Namen „Petra“ trägt, wurde seinerzeit für den LKW-Verkehr gebaut und ist 300 Meter lang und acht Meter hoch.
Der ehrenamtliche Fledermausexperte Olaf Godmann erkannte früh das Potenzial des seit Jahren stillgelegten Bauwerks: „Durch seine Lage und seine Größe kann sich der Tunnel zu einem der bedeutendsten Fledermaus-Winterquartiere in Hessen entwickeln.“
Die Umbauarbeiten erfolgten in enger Kooperation zwischen Umweltamt und den ansässigen Recyclingunternehmen. Der Tunnel wurde an beiden Seiten weitgehend verschlossen und im Inneren mit zahlreichen Hangmöglichkeiten ausgestattet. Zum Einsatz kamen überwiegend vorhandene und recycelte Materialien. Für das Monitoring wurden Sensoren ausgebracht, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen, sowie ein Detektor, mithilfe dessen die Fledermausrufe aufgenommen und bestimmt werden können. Schon nach kurzer Zeit konnten Rufe von Zwergfledermäusen dokumentiert werden, die ihre neue potentielle Winter-Heimat erkundet haben.
„Der Verlust von Biodiversität ist ein globales Problem, das wir nicht alleine in Wiesbaden lösen können. Aber die vielen lokalen Maßnahmen an unterschiedlichen Orten können den Unterschied für die Biodiversität ausmachen“, sagte Christiane Hinninger abschließend.
Vertiefende Informationen zur Artenvielfalt bieten die zahlreichen Veranstaltungen während der „Wiesbadener Wochen der biologischen Vielfalt“, die von Montag, 18. Mai, bis Sonntag, 14. Juni, stattfinden werden. Information dazu folgen unter www.wiesbaden.de (Öffnet in einem neuen Tab).
Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.