Wiesbadener Römertage: Auf den Spuren von Aquae Mattiacorum
Römische Geschichte und heiße Quellen: Am 26. und 27. September laden die Wiesbadener Römertage im Werkraum ein, die Wurzeln der Stadt zu entdecken. Auf dem Programm stehen Ausstellungen, lebendige Geschichtsvermittlung, Mitmachangebote und Stadtrundgänge.
Wiesbaden verdankt seine Entstehung und Entwicklung zur Bade- und späteren Weltkurstadt einem natürlichen Schatz: den heißen Quellen.
Bereits die Römer nutzten das Thermalwasser vor rund 2.000 Jahren. Unter dem Namen Aquae Mattiacorum war Wiesbaden als Heil- und Badeort bis nach Rom bekannt.
Bei den Wiesbadener Römertagen wird diese frühe Geschichte der Stadt am Samstag, 26. September, und Sonntag, 27. September, im Rahmen des Stadtfests im Werkraum lebendig.
Die Römertage laden historisch Interessierte ebenso wie Familien mit Kindern ein, die Wurzeln Wiesbadens zu entdecken. Geschichte soll dabei nicht nur vermittelt, sondern erlebbar werden – zum Anfassen und Mitmachen.
Die Verbindung zu den Römern ist ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes Wiesbadens. Im heutigen Stadtbild ist davon allerdings nur wenig zu sehen. Mit den Römertagen sollen die römische Epoche Wiesbadens und die 26 Mineral- und Heilquellen noch stärker in das Bewusstsein von Bürgerinnen, Bürgern und Gästen gerückt werden, denn für die Identität der Stadt und für die Attraktivität Wiesbadens für Besucherinnen und Besucher von außerhalb sind sie von großer Bedeutung.
Ausstellungen zu Römern und heißen Quellen in Wiesbaden
Die Ausstellungen "Die Römer in Wiesbaden" und "Heiße Quellen – Wiesbadens DNA" geben wissenschaftlich fundierte Einblicke in die römischen Ursprünge Wiesbadens und in die besondere Bedeutung des Thermalwassers für die Entwicklung der Stadt.
Rätselstationen laden dazu ein, historische Themen spielerisch zu entdecken.
Wie die Römer vor 2.000 Jahren lebten
Verschiedene Römergruppen zeigen, wie Menschen vor 2.000 Jahren lebten. Besucherinnen und Besucher können dabei nicht nur zuschauen, sondern hautnah erleben und selbst ausprobieren:
- Ars Replika e. V. lädt kleine und große Besucher ein den Alltag der Germanen im Umfeld von Aquae Mattiacorum vor knapp 2000 Jahren zu entdecken: Handgesponnene Garne, kunstvolle Webborten oder der nahezu vergessene Werkstoff Bein mit seiner ganz eigenen Ästhetik – Mitmachen ausdrücklich erwünscht! Womöglich sind Sie der Typ für einen Suebenknoten? Eine Frisörin stylt Ihre Haare nach archäologischen Funden. Und teilen Sie die legendäre Leidenschaft der Germanen - so wie der Geschichtsschreiber Tacitus - für antike Gesellschaftsspiele!
- Die römische Giftmischerin Fabia entführt die Besucher in die faszinierende Welt der antiken Pflanzenkunde. Zwischen wirksamen Heilkräutern, berauschenden Gewächsen und tödlichen Giften zeigt sie, wie die Menschen der Antike Pflanzen nutzten – zum Heilen, Betäuben, Vergiften und für religiöse Rituale. Die Übergänge sind fließend, denn: Dieselbe Pflanze konnte Leben retten - oder beenden.
- Civis Nemetum widmet sich dem römischen Badewesen sowie historischen Salben und Kosmetik.
- Für historische Einordnung und spannende Geschichten aus der Antike sorgt Praefectvs Castrorvm Legionis XXI.
Rundgänge zu den heißen Quellen
Auch die Innenstadt wird zum Schauplatz der Geschichte: Bei Rundgängen zu den heißen Quellen können Teilnehmerinnen und Teilnehmer heute verborgene Orte des Thermalwassers entdecken und die "brodelnde" Geschichte der Stadt kennenlernen.
Die Rundgänge (Dauer: 1 bis 1,5 Stunden) starten an beiden Tagen ohne vorherige Anmeldung um 11.30 Uhr und 14.30 Uhr im Werkraum.
Die Teilnahme erfolgt auf Spendenbasis - um einen Kostenbeitrag von fünf Euro pro Person wird gebeten.
Museumspädagogische Mitmachangebote
Ergänzt wird das Programm durch die offene Werkstatt "Schreiben wie die Römer" des sam – Stadtmuseum am Markt (Samstag: 11 bis 17 Uhr. Sonntag: 11 bis 14 Uhr).
Im Schriftworkshop arbeiten die Teilnehmer mit Calamus, Tinte und Papyrus, um über die Arbeit in der römischen Schreibstube zu lernen. Welche besonderen Eigenschaften haben Papyrus, Pergament und Wachstafel? Wofür wurden Bimsstein und Federn genutzt? Wie sah die römische Schrift aus, und wie unterschied sich das römische Alphabet von dem unseren?
Am römischen Schreibtisch probieren sie das Schreiben mit Tinte, Schilfrohr, Feder und Binse und gestalten ein eigenes Lesezeichen aus Papyrus.
Der Workshop für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Zudem informiert der Förderverein Stadtmuseum Wiesbaden e. V. an einem Infostand über seine Arbeit.
Veranstaltungsinformationen
- Veranstalter: Citymanagement Wiesbaden in Kooperation mit dem sam – Stadtmuseum am Markt.
- Ort: Werkraum, ehemalige Sportarena, Langgasse 5-9, Wiesbaden
- Öffnungszeiten: Samstag, 26. September: 10 bis 19 Uhr, Sonntag, 27. September: 10 bis 18 Uhr
- Eintritt: frei











