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Съобщение за пресата на столицата на провинция Висбаден

Vereinshaus Breckenheim energetisch saniert

Der Abschluss der energetischen Sanierung des Vereinshauses Breckenheim ist am Mittwoch, 25. Februar, mit der Wiedereröffnung gefeiert worden.

„Mit der Einweihung des energetisch sanierten Vereinshauses Breckenheim wird die Stadt Wiesbaden einmal mehr ihrer Verpflichtung zum Klimaschutz gerecht, dokumentiert aber auch gelebte Ehrenamtsförderung.“ Dies sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende anlässlich der kleinen Einweihungsfeier nach der erfolgreichen Sanierung des Vereinshauses in Breckenheim. 

2022 fiel die Heizung im Vereinshaus am Ortsrand von Wiesbaden-Breckenheim aus und sollte ursprünglich lediglich ersetzt werden. Dank einer eingehenden Beschäftigung mit der Thematik haben Hochbauamt und Hauptamt aber entschieden, den Heizungstausch zur umfangreichen energetischen Sanierung des in den 1970er Jahren gebauten Bürgerhauses zu nutzen. Eingebaut wurde eine Hybridheizung, bestehend aus einer Wärmepumpe samt gasbasiertem Spitzenlastkessel. Zudem wurde das Gebäude mit Wärmedämmung und neuen Fenstern versehen und eine Photovoltaik-Anlage installiert. Da das Dach allerdings keine weitere Belastung mehr zuließ, wurden die Solarzellen auf der Fassade angebracht – ein Novum bei einem öffentlichen Gebäude in Wiesbaden. 

„Es war eine gute Entscheidung, aus Platzgründen statt des Daches die Fassade mit dunklen Photovoltaikelementen auszuführen. Es zeigt, dass sich Ästhetik von Architektur und Technik sehr wohl vereinbaren lassen. Dieses Projekt ist ein großartiges Beispiel für nachhaltige Entwicklungen in Breckenheim und wird auch als solches positiv wahrgenommen“, sagt Baudezernent Andreas Kowol. 

Mit der innovativen Nutzung von Photovoltaik-Modulen an der Fassade rechnet die Stadt damit, CO₂-Emissionen von etwa 5.135 kg/Jahr zu vermeiden. Dieser Wert beruht auf einem Strommix mit 470g/kWh (gilt für den eigen verbrauchten und eingespeisten Strom). Die Stromproduktion durch die Photovoltaikmodule wird den Eigenbedarf des Gebäudes an Strom voraussichtlich zu rund 35 Prozent decken. Aufgrund der langen Nutzungsdauer wird erwartet, dass die Anlage in den nächsten Jahrzehnten einen wirtschaftlichen Überschuss erwirtschaftet. 

Für Oberbürgermeister Mende ist das Gebäude ein gutes Beispiel für die Ehrenamtsförderung der Stadt Wiesbaden: „Dass wir unseren Gebäudebestand nicht nur bei Schulen und Sporthallen, sondern auch bei den Bürgerhäusern konsequent erneuern und damit erhalten, ist in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich. Für mich ist das aber ein wichtiges Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt, das wir in Wiesbaden mit der Möglichkeit der kostenlosen Nutzung der Bürgerhäuser fördern.“ 

Die gesamte Maßnahme hat rund 1,4 Millionen Euro gekostet, davon kamen 450.000 Euro aus dem Klimabudget der Stadt, die übrigen Mittel wurden aus dem Instandhaltungsbudget des Hauptamtes finanziert.

 

Hintergrund: Abschluss der energetischen Sanierung Vereinshaus Breckenheim

Der Bauantrag für das Vereins- und Feuerwehrgerätehaus in Breckenheim wurde 1976 von der Gemeinde Breckenheim als Bauherrin und Hans-Jürgen Portmann als Planverfasser damals noch beim Main-Taunus-Kreis eingereicht. Das Gebäude wurde von der Dyckerhoff & Widmann AG als Generalunternehmer überwiegend als Fertigteil-Konstruktion errichtet und im Jahr 1977 eröffnet. Das Vereinshaus befindet sich auf einem Grundstück an der Ecke Lärchen- und Pfingstbornstraße. Das Gebäude ist aufgrund der Topografie zur Lärchenstraße hin zweigeschossig, verjüngt sich jedoch entlang der Pfingstbornstraße zu einem eingeschossigen Bau. 

Das Vereinshaus ist seit fast 50 Jahren der Mittelpunkt des örtlichen Vereinslebens, aber auch Ort für gesellschaftliche Zusammenkünfte. Dem integrierten Feuerwehrgerätehaus kommt als künftigem Leuchtturmprojekt der Feuerwehr mit autarker Notstromversorgung zudem ebenfalls eine besondere Bedeutung zu. Aufgrund seiner Entstehungszeit verkörperte das Bauwerk bisher wie kaum ein anderes Gebäude der dörflichen Mitte den mittlerweile völlig aus der Zeit geratenen energetischen und gestalterischen Standard der 1970er Jahre. Der weitestgehend schmucklose Zweckbau war auch im städtebaulichen Kontext „ein Kind seiner Zeit“ und wirkte alleine aufgrund seiner Kubatur im Vergleich zur umgebenden, kleinteiligen Wohnbebauung etwas deplatziert. 

Nachdem die Heizungsanlage im Jahr 2022 zum wiederholten Male ausgefallen war, wurde vom Hochbauamt und einer Fachfirma festgestellt, dass der Heizkessel undicht und eine Reparatur sowohl technisch als auch wirtschaftlich unverhältnismäßig sei. Vor dem Hintergrund der zu diesem Zeitpunkt intensiv geführten stadtweiten Überlegungen zur Energiewende, kam ein 1:1-Austausch der Gasheizung für das liegenschaftsverwaltende Hauptamt nicht in Betracht. Gemeinsam mit dem Hochbauamt wurde daher ein Konzept entwickelt, wonach eine Hybrid-Anlage bestehend aus Wärmepumpe mit gasbasiertem Spitzenlastkessel zur Ausführung kommen sollte. Da Planung, Ausschreibung und Ausführung naturgemäß etwas Zeit in Anspruch nehmen, musste eine mobile Öl-Heizung installiert werden, die die Beheizung des Gebäudes in der Zwischenzeit sichergestellt hat. 

Da für den effizienten Betrieb der neuen Wärmepumpe die energetische Sanierung der Außenhülle und die Installation einer PV-Anlage unumgänglich war, hat sich das Hauptamt dazu entschieden, aus diesem klassischen „Worst Performing Building“ ein echtes Vorzeige-Objekt in Puncto nachhaltiger Planung zu machen. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund der Verpflichtung der Landeshauptstadt Wiesbaden zur Klimaneutralität. Dadurch haben sich die folgenden Arbeitsschwerpunkte ergeben:

·         Neue Isolierverglasung

·         Neues Wärmedämmverbundsystem

·         Neue Dachdämmung und -deckung

·         Installation einer PV-Anlage

·         Extensive Begrünung Flachdach

Nach erfolgter Planung, Kosten- und Terminprognose sowie Ausschreibung erster Gewerke, wurde im September 2024 mit den Gerüstbauarbeiten begonnen. Die prognostizierten Kosten beliefen sich damals auf rund 800.000 Euro. Eine besondere Herausforderung war, dass die Feuerwehr durch die Maßnahme nicht beeinträchtigt werden durfte. Der Veranstaltungsraum im Obergeschoss konnte von Dezember 2024 bis August 2025 nicht genutzt werden, da die Arbeiten an der Fassade mit dem Einbau neuer Fenster und den Sanierungsarbeiten auf dem Dach jede Nutzung im Inneren alleine aufgrund der Geräuschentwicklung unmöglich gemacht hätten. 

Typischerweise ergeben sich bei einem Bestandsgebäude mit voranschreitender Planung und Ausführung immer wieder neue Erkenntnisse. So haben weiterführende Untersuchungen des Tragwerksplaners ergeben, dass die Dachflächen für die Aufstellung und den wirtschaftlichen Betrieb einer PV-Anlage nicht geeignet waren. Durch das Hauptamt wurde daher vorgeschlagen, die PV-Anlage in die Fassade zu integrieren, was in Verbindung mit einem Wärmedämmverbundsystem ein Novum in Wiesbaden sein dürfte. 

Die Ausführung einer Fassaden-PV und weitere, technisch notwendige Maßnahmen führten in Verbindung mit konjunkturell bedingten ungünstigen Ausschreibungsergebnissen zu deutlichen Mehrkosten in Höhe von etwa 600.000 Euro, insgesamt also 1,4 Millionen  Euro. Das Umweltamt der Landeshauptstadt Wiesbaden hat aus Mitteln des Klimabudgets einen Betrag in Höhe von 450.000 Euro zugesetzt, sodass die Mehrkosten zu einem großen Teil aufgefangen werden konnten. 

Nach den Modernisierungen in den Jahren 2015 bis 2017, die sich auf Maßnahmen im Innenbereich und den Einbau einer Lüftungsanlage für den Veranstaltungsraum beschränkt haben, zeigt die Landeshauptstadt Wiesbaden mit der energetischen Sanierung der Gebäudehülle nun weithin sichtbar, dass sie nicht nur das Vereinsleben unterstützt, sondern auch ihren Verpflichtungen und ihrer Vorbildfunktion hinsichtlich der Energiewende gerecht wird - auch und gerade im dörflichen Kontext. Vor diesem Hintergrund stellt die Maßnahme eine besondere Bedeutung nicht nur für den Ortsteil Breckenheim dar, sondern hat potentielle Strahlkraft über die Grenzen Breckenheims hinaus.

Bilder

Bild I
Das sanierte Vereinshaus Breckenheim.
Bild II
„Dieses Projekt ist ein großartiges Beispiel für nachhaltige Entwicklungen in Breckenheim“, sagte Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende in seiner Ansprache.
Bild III
Freuten sich über das Ende der Bauarbeiten (v.l.n.r.): Hauptamtsleiter Christian Lahr, Baudezernent Andreas Kowol, Ortsvorsteher Manuel Köhler, Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende und Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr.

Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.

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