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Comunicato stampa della capitale dello Stato di Wiesbaden

27. Januar: Erinnern an die Opfer

Die Veranstaltungsreihe anlässlich des „Tags des Gedenkens“ beginnt am Montag, 19. Januar.

Der 27. Januar ist der internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Das Datum verweist auf die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die sowjetische Armee im Jahr 1945. In Wiesbaden wird seit 1998 mit der Reihe „Erinnern an die Opfer“ auf vielfältige Weise den Opfern des NS-Regimes gedacht. Die Zentrale Gedenkveranstaltung der Landeshauptstadt Wiesbaden findet am Dienstag, 27. Januar, 19 Uhr, im Kulturforum Wiesbaden statt. Es sprechen Stadtverordnetenvorsteher Dr. Gerhard Obermayr und Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. 

Das anschließende Gedenkkonzert wird von Studierenden der Wiesbadener Musikakademie gestaltet. Im Rahmen der Masterclass haben sie sich mit Künstlerinnen und Künstlern beschäftigt, deren Werke vom NS-Regime aus den Musiksälen verbannt wurden. Als sogenannte entartete Kunst galten während der Zeit des Nationalsozialismus Kunstwerke ebenso wie kulturelle Strömungen, die mit der Kunstauffassung des NS-Regimes nicht übereinstimmten. Sie wurden aus dem Kulturbetrieb ausgegrenzt. Darüber hinaus wurden alle Werke von Künstlerinnen und Künstlern verboten, die nach der NS-Rassenlehre als jüdisch galten.

„Mit dem Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden alle unerwünschten Künstlerinnen und Künstler gewaltsam aus öffentlichen Ämtern entfernt. Dazu zählten Jüdinnen und Juden ebenso wie politische Gegnerinnen und Gegner der Nationalsozialisten. Sie wurden mit Berufsverboten belegt“, sagt Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl. „Diese Vernichtung von Kunst und Kultur betraf alle Sparten, auch Film, Theater, Architektur, Literatur und Musik. Ab 1938 wurden international bekannte Kompositionen nicht mehr gespielt, weil ihre Schöpferinnen und Schöpfer als sogenannte Musikbolschewisten diffamiert wurden. Das NS-Regime gab sogar ein ‚Lexikon der Juden in der Musik‘ heraus, das alle Personen aufführte, die mit Musik in Verbindung standen und als Jüdinnen und Juden galten. Ihre Werke durften nicht mehr aufgeführt werden. Vertreterinnen und Vertreter sogenannter entarteter Kunst wurden in die Emigration gezwungen oder ermordet. Damit verbannte das NS-Regime viele Künstlerinnen und Künstler, die nachhaltig aus dem kollektiven Gedächtnis verschwanden“, meint Dr. Schmehl. „Umso wichtiger ist es, an sie, das an ihnen verübte Unrecht und die reichhaltige Kunstszene vor 1933 zu erinnern. Denn Kultur ist als Raum für kritischen Diskurs ganz entscheidend für eine lebendige, demokratische Gesellschaft“, so Dr. Schmehl.

Die Veranstaltungsreihe wird von in der Gedenk- und historischen Bildungsarbeit aktiven Wiesbadener Institutionen und Vereinen gemeinsam mit dem Kulturamt getragen. Erstmals bietet die Reihe in diesem Jahr Veranstaltungen auf Anfrage und auch solche, die noch vor der Eröffnung auf die Themen Gedenken und Erinnern aufmerksam machen, unter anderem präsentiert das DGB-Bildungswerk Hessen die von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung geförderte Ausstellung „Rechter Terror in Hessen“ im Rathausfoyer.

Die Reihe beginnt am Montag, 19. Januar, mit dem Vortrag „Aber Meine sind nicht da – ich bin allein“ von Christina Wirth in der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden. Christina Wirth stellt das Leben von Anna Kaletska vor, die im September 1946 von dem amerikanischen Psychologen David P. Boder in der Jüdischen Gemeinde interviewt wurde. Kaletska überlebte das Konzentrationslager Auschwitz und wurde in dem zum Lagerkomplex Buchenwald gehörenden Außenlager Lippstadt II 1945 befreit.

Das Murnau-Filmtheater zeigt am Mittwoch, 21. Januar, in Kooperation mit dem Aktiven Museum Spiegelgasse einen Film zu jüdischem Alltag in der NS-Zeit. Weitere Filme zu Antisemitismus und Erinnerungskultur laufen am Freitag, 23. Januar, und Sonntag, 8. Februar. Das Evangelische Dekanat fragt am Donnerstag, 22. Januar, mit einem Vortrag und anschließender Diskussion mit Marion Gardei nach dem Umgang mit belasteter Kunst in evangelischen Kirchen. 

Traditionell lädt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Wiesbaden am Sonntag vor dem Gedenktag zum Gedenkkonzert ins Rathaus ein. Spiegelbild – Politische Bildung aus Wiesbaden bietet am darauffolgenden Abend eine digitale Podiumsdiskussion, in der es um die Geschichte der Behindertenfeindlichkeit in der Sozialen Arbeit gehen wird. Das „sam – Stadtmuseum am Markt“ lädt zwischen Dienstag, 27. Januar, und Sonntag, 1. Februar, zu erinnerungskulturellen Rundgängen ein. Am 28. Januar führt KI:Wi – Kritische Intervention Wiesbaden durch die Innenstadt und besucht exemplarisch Orte der Vergangenheit, die die Geschichte der Stadt zwischen 1933 und 1945 sowie deren Nachwirkungen sichtbar machen.

Das Staatstheater Wiesbaden lädt am Freitag, 30. Januar, und Samstag, 31. Januar, zu Lesung und Theaterstück sowie zu Film und Musik in Erinnerung an den Wiesbadener Komponisten Heinz Lewin. Am Montag, 2. Februar, spricht Dr. Rolf Faber über das Schicksal des Wiesbadener Richters Dr. Wilhelm Dreyer und am Dienstag, 3. Februar, führen Miriam Olivia Merz und Dr. Simone Husemann in die Herkunftsgeschichte des von Fritz von Uhde geschaffenen Bildes „Der Gang nach Bethlehem“ ein. Die Geschichtswerkstatt Lila Winkel und das Stadtarchiv Wiesbaden beleuchten am Donnerstag, 5. Februar, wie Angehörige der Zeugen Jehovas Widerstand geleistet und Jüdinnen und Juden gerettet haben. Ab Mittwoch, 11. Februar, ist die Ausstellung „Rosa Winkel“ der Gedenkstätte Buchenwald im Kunsthaus zu sehen. Zahlreiche Kooperationspartner setzen sich im Rahmen der Ausstellung mit Biografien von als homosexuell verfolgten Häftlingen in den Konzentrationslagern Buchenwald und Mittelbau-Dora auseinander. Die Ausstellung ist bis Sonntag, 19. April, zu sehen.

Die Reihe schließt erneut eine Veranstaltung in der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden. Hartmut Boger und Elke Weber-Boger widmen einen Abend der Dichterin Masha Kaléko. Vortrag, Lesung und Gespräch werden musikalisch mit Werken renommierter jüdischer Komponisten gerahmt.

Alle Informationen unter www.wiesbaden.de/erinnern (Öffnet in einem neuen Tab).


Herausgeber dieser Pressemitteilung ist das Pressereferat der Landeshauptstadt Wiesbaden, Schlossplatz 6, 65183 Wiesbaden, pressereferatwiesbadende. Bürgerinnen und Bürger können sich bei Fragen an das zuständige Dezernat oder Amt wenden.

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