Umwelt-Tipp März: Naturnaher Balkon – klein, aber voller Leben
Ein naturnah bepflanzter Balkon tut gut: Er erfreut das Auge, sorgt durch Schatten und Verdunstung für ein angenehmeres Mikroklima und schafft wertvolle Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen mitten in der Stadt. Schon mit einfachen Mitteln lässt sich so ein kleiner Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.
1. Die passenden Pflanzen wählen
Mit der richtigen Pflanzenauswahl legen Sie den Grundstein für einen lebendigen Balkon.
- Setzen Sie auf heimische Pflanzen, die vom Frühjahr bis in den Herbst blühen. So finden Insekten durchgehend Nahrung – und Vögel bis in den Winter hinein Samen und Früchte. Geeignete Gewächse sind im Internet, wie auch in vielen Gärtnereien und in Gartencentern erhältlich. Fragen Sie gezielt nach Pflanzen aus der Region.
- Bienenfreundlich sind beispielsweise Lavendel, Vergissmeinnicht und Glockenblumen. Klassiker wie Geranien oder Fleißiges Lieschen liefern dagegen keine Nahrung.
- Bevorzugen Sie Sorten mit ungefüllten Blüten. Blumen mit vielen Blütenblättern erschweren den Insekten den Zugang zum Nektar.
- Wer gezielt etwas für Schmetterlinge anbieten will, pflanzt Blaukissen und Goldlack für die Falter sowie Malve, Bunte Kronwicke oder Gemeinen Hornklee für deren Raupen.
- Küchenkräuter schmecken nicht nur uns – ihre Blüten locken auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an.
- Achten Sie auf die Standortbedingungen Ihres Balkons – sonnig, schattig oder windig – und wählen Sie an den Standort angepasste Pflanzen aus.
- Pflanzen aus regionaler Anzucht sparen Transportwege.
2. Lebensraum schaffen
Neben Nahrung benötigen Tiere auch Wasser, Nistmöglichkeiten und ein möglichst störungsarmes Umfeld.
- Mit heimischen Pflanzen, Nisthilfen und einer flachen Wasserschale helfen Sie Insekten und Vögeln – und bekommen Unterstützung gegen Schädlinge gleich dazu.
- Verzichten Sie auf Pestizide. Chemische Präparate belasten mit ihren oft schwer abbaubaren Inhaltsstoffen die Umwelt. Zudem schaden sie häufig nicht nur den Schädlingen, sondern auch den anderen Tieren. Greifen Sie stattdessen zu Hausmitteln wie Brennnesseljauche oder Schmierseifenlösung.
- Schalten Sie Balkonbeleuchtung nur bei Bedarf ein. Insekten orientieren sich am Mondlicht – dauerhaft helle Lampen stören ihren Tag-Nacht-Rhythmus. Empfehlenswert sind Leuchtmittel ohne Blau- und UV-Anteil mit warmweißer oder bernsteinfarbener Lichtfarbe. Eine nach unten gerichtete Beleuchtung reduziert zusätzlich die Störung.
3. Materialien bewusst auswählen
Auch bei Erde, Pflanzgefäßen und Möbeln können Sie nachhaltige Entscheidungen treffen.
- Verwenden Sie torffreie Erde zum Schutz der Moore. Diese artenreichen Lebensräume speichern große Mengen Kohlendioxid und leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.
- Entscheiden Sie sich für langlebige Blumenkästen aus Ton, Holz, Naturstein oder Faserzement. Produkte aus Kunststoff landen in der Regel bereits nach wenigen Jahren auf dem Müll, da sie von Sonne, Wind und Wetter ausbleichen und spröde werden.
- Achten Sie bei Balkonmöbeln auf nachhaltige Materialien. Bei Produkten aus Holz bieten Siegel wie FSC oder Naturland Orientierung hinsichtlich Herkunft und verantwortungsvoller Bewirtschaftung.
Schon ein kleiner Balkon kann viel für die biologische Vielfalt direkt vor Ihrer Haustür bewirken. Mit einer naturnahen Gestaltung schaffen Sie Nahrung und Unterschlupf – und holen sich gleichzeitig ein Stück Natur direkt nach Hause.
Weitere Informationen
Dokumente
Kontakt
Umweltladen
Anschrift
65185 Wiesbaden
Postanschrift
65029 Wiesbaden
Anreise
Hinweise zum ÖPNV
ÖPNV: Haltestelle Luisenplatz.
Telefon
- 0611 313600
- 0611 313957
Öffnungszeiten
- Montag, Dienstag, Freitag Samstag: 10 bis 14 Uhr
- Mittwoch, Donnerstag: 13 bis 18 Uhr
