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Klimaschutz und Klimaanpassung

Fernwärme

Fernwärme versorgt Gebäude mit Wärme zum Heizen und für warmes Wasser. Die Wärme wird zentral erzeugt und über gut isolierte, unterirdische Leitungen direkt bis ins Gebäude transportiert. Dort wird sie über eine Übergabestation an das Heizsystem des Hauses übertragen.

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Wie funktioniert Fernwärme?

In einem Heizwerk wird Wasser auf etwa 75 bis 100 Grad Celsius erhitzt. Das heiße Wasser fließt durch ein unterirdisches Leitungsnetz zu den angeschlossenen Gebäuden und gibt dort seine Wärme an die Heizungsanlage ab. Anschließend fließt das abgekühlte Wasser zurück zum Heizwerk und wird erneut erwärmt. So entsteht ein geschlossener Kreislauf.


Welche Vorteile bietet Fernwärme?

Die Investitionskosten bei der Umstellung auf Fernwärme sind vergleichsweise gering:

  • Im Gebäude wird keine eigene Heizungsanlage zur Wärmeerzeugung benötigt.
  • Bestehende Heizkörper können in der Regel weiter genutzt werden.
  • Größere Umbauten im Gebäude sind meist nicht erforderlich.

Fernwärme eignet sich besonders für dicht bebaute Stadtgebiete und häufig auch für denkmalgeschützte Gebäude.

  • Der Platzbedarf ist gering. Die Übergabestation ist etwa so groß wie eine Gasheizung.
  • Im Außenbereich müssen keine zusätzlichen Anlagen aufgestellt werden.

Ein weiterer Vorteil: Klimaneutrale Fernwärme bis 2045

Bei der Fernwärme können verschiedene Wärmequellen genutzt werden. Dazu gehören beispielsweise Abwärme aus Industrie, Rechenzentren und der Müllverbrennung sowie Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, die gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Dadurch können vorhandene Energiequellen besonders effizient genutzt werden.

Bereits heute wird über 60 Prozent der Fernwärme in Wiesbaden klimaneutral erzeugt. Bis 2045 wird die Wärmeerzeugung komplett auf nachhaltige Energiequellen umgestellt werden. Damit leistet die Fernwärme bereits heute einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Gibt es auch Nachteile?

Der Ausbau eines Wärmenetzes ist aufwendig. Um Wärmeverluste zu verhindern werden gut isolierte Leitungen unter den Straßen verlegt. Das ist sehr aufwendig und es entstehen hohe Investitionskosten. Die ESWE Versorgung übernimmt zunächst die Kosten für das Fernwärmenetz. Langfristig werden diese Kosten über die Verbrauschpreise refinanziert. Deshalb können die Verbrauchspreise höher ausfallen als bei anderen Heizungsarten. Die Gesamtkosten für den Betrieb über 20 Jahre sind vergleichbar mit denen einer Wärmepumpe.

Für wen eignet sich Fernwärme?

Fernwärme eignet sich besonders dort, wo viele Gebäude nah beieinander liegen. In Wiesbaden betrifft das vor allem die Innenstadt und das Historische Fünfeck. Dort lassen sich Wärmenetze besonders wirtschaftlich betreiben, sofern sich genügend Eigentümerinnen und Eigentümer an das Fernwärme anschließen. Zudem sind andere Heizlösungen im Innenstadtbereich häufig nur eingeschränkt möglich.

Ob ein Fernwärmeanschluss für Ihr Gebäude sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen unter anderem die Lage Ihres Gebäudes, die verfügbaren Fernwärmegebiete sowie die Investitions- und Wärmekosten. Eine individuelle Energieberatung kann Sie bei dieser Entscheidung unterstützen.

Interesse an einem Fernwärmeanschluss?

Möchten Sie wissen, ob Ihr Gebäude an das Fernwärmenetz angeschlossen werden kann? Anschließend können Sie Ihr Interesse an einem Fernwärmeanschluss bei ESWE Versorgung bekunden und sich über die Anschlussmöglichkeiten informieren.

Fernwärmesatzungsgebiete

In einigen Gebieten Wiesbadens gilt eine Fernwärmesatzung. Dort ist der Anschluss an das Fernwärmenetz vorgesehen. Die Satzung unterstützt den Ausbau einer klimafreundlichen Wärmeversorgung in dicht bebauten Stadtgebieten und trägt dazu bei, Fernwärme wirtschaftlich zu betreiben.

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