Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Stadtlexikon Wiesbaden

goEast - Festival des mittel- und osteuropäischen Films

Die ganze Vielfalt des mittel- und osteuropäischen Films präsentiert das goEast-Festival alljährlich in Wiesbaden. Das Festival versteht sich dabei als Forum für den Dialog zwischen Ost und West, aber auch als Akteur und Multiplikator.

Details

Das Filmfestival goEast fand nach zweieinhalbjähriger Vorbereitungszeit vom 4. bis 11. April 2001 zum ersten Mal statt. Claudia Dillmann, Direktorin des Deutschen Filminstituts – DIF e.V. und erste Leiterin des Festivals, schrieb im Vorwort des Katalogs: „Es ist an der Zeit, sich zu öffnen, für Gedanken, Bilder, Mythen und Geschichten der östlichen Nachbarn. Für ihre Kultur. Für ihre Filme.“

Mit goEast wurde eine Tradition des Hauses wiederaufgenommen: Bis Ende der achtziger Jahre konzipierte das Deutsche Filminstitut im Auftrag der Bundesregierung osteuropäische Filmwochen und schickte sie auf Tournee durch die Republik, um so Blicke hinter den Eisernen Vorhang zu ermöglichen. An der Entwicklung des Konzepts von goEast war auch Swetlana Sikora beteiligt, bis 2010 die künstlerische Leiterin des Festivals. Im Spätsommer 2010 übernahm Gaby Babić die Festivalleitung und ist damit nach Claudia Dillmann, Christine Kopf und Nadja Rademacher die vierte Frau an der Spitze des Festivals. Ihr obliegt auch die künstlerische Leitung. 2013 übernahm Prof. Rita Süssmuth die Schirmherrschaft des Festivals von Prof. Hilmar Hoffmann.

An sieben Festivaltagen präsentiert goEast in Wiesbaden die ganze Vielfalt des mittel- und osteuropäischen Filmschaffens: aktuelle Tendenzen, neue Positionen und filmhistorische Raritäten, immer auch im Kontext gesellschaftspolitischer, filmästhetischer und -theoretischer Debatten. Wichtige und viel diskutierte Themen sind dabei europäische Identität(en) und die tiefgreifenden Transformationsprozesse. goEast interessiert sich nach der ersten Dekade seines Bestehens verstärkt für transkulturelle Perspektiven und greift globale Themen auf: Osteuropäische Lebenswelten haben sich in vielen Aspekten den westlichen angeglichen, die Ökonomisierung aller Lebensbereiche schreitet voran und das Fehlen großer Utopien wirft uns möglicherweise auf eine gemeinsame Erfahrungsgrundlage zurück.

Seit 2011 trägt die Festivalsektion Beyond Belonging diesen veränderten gesellschaftlichen und politischen Strukturen Rechnung, indem sie das Festival geografisch für Produktionen geöffnet hat, die nicht aus Osteuropa stammen müssen, jedoch einen Bezug zur Region herstellen. goEast versteht sich als Dialogforum zwischen Ost und West, aber auch als Akteur und Multiplikator. Panels und Workshops, Filmreihen und -gespräche, gemeinsame Projekte mit anderen kulturellen und gesellschaftlichen Institutionen – die Möglichkeiten kreativer Interaktion sind vielfältig. goEast ist Plattform für Vernetzung, Austausch und Weiterbildung. Von den kreativen und pädagogischen Schwerpunkten bei goEast profitieren insbesondere Nachwuchs-Filmemacher und Filmemacherinnen sowie Kinder und Jugendliche aus der Region. Das Programm von goEast gliedert sich in insgesamt sieben verschiedene Sektionen mit jeweils eigenem Profil: Der Wettbewerb, das Symposium, das East-West Talent Lab, das Porträt/die Hommage (im jährlichen Wechsel), Beyond Belonging, die Highlights und die Specials. Jede Sektion wird sorgfältig kuratiert, von Festivalkorrespondenten und Experten unterstützt und – im Wettbewerb – von einer Auswahlkommission nominiert. In den Sektionen mischen sich die Genres und Filmästhetiken. Dokumentarfilme haben sich neben den Spielfilmen ihren verdienten Platz erobert.

Verweise