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GeWeGe

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs engagierte sich die GeWeGe vor allem für den Wiederaufbau des zerstörten historischen Gebäudebestandes der Stadt. Später beteiligte sie sich u.a. auch an der Sanierung des Bergkirchenviertels und war für den Umbau des Palasthotels verantwortlich. Heute bewirtschaftet sie zahlreiche - meist historische - Immobilien in Wiesbaden.

Details

Wiesbaden ist seit jeher eine wachsende Stadt: Um 1900 lebten in der Kurstadt 86.000 Menschen, 40 Jahre später waren es bereits über 190.000. Zwar gelang es der Stadt, mit eigenen Baumaßnahmen die Wohnungsnot zu mildern. Doch bei Verwaltung und Bewirtschaftung benötigte sie professionelle Unterstützung, auch, weil sie der säumigen Mietzahlungen nicht Herr wurde. Das war die Geburtsstunde der „Gesellschaft zur Verwaltung städtischer Mietshäuser mbH“. 1932 wurde der Gesellschaftsvertrag unterzeichnet. Die Gesellschaft hatte einen zentralen Auftrag: die »nicht beibringlichen Mieten« für die Stadt einzutreiben.

Mit Blick auf ein geeigneteres Instrument der städtischen Wohnungspolitik wurde die Gründung einer gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft empfohlen. Da jedoch bereits die »Gesellschaft zur Verwaltung städtischer Mietshäuser mbH« bestand, wurde deren Umfirmierung beschlossen. Das Unternehmen hieß nunmehr „Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft der Stadt Wiesbaden mbH“, kurz GeWeGe genannt.

Obwohl Wiesbaden im Zweiten Weltkrieg von großflächigen Zerstörungen weit gehend verschont blieb, waren zum Kriegsende dennoch über 28.000 Menschen obdachlos. Die GeWeGe nahm sich deshalb der Aufgabe an, zunächst den zerstörten, historischen Gebäudebestand der Stadt wieder aufzubauen, und leistete damit einen maßgeblichen Beitrag zum Erhalt der historischen Bausubstanz, die bis heute ein wesentliches Kennzeichen des Wiesbadener Stadtbilds ist.

Ende der 1950er-Jahre begann die GeWeGe damit, auch Neubauprojekte zu realisieren. 1974 bewirtschaftete sie u.a. bereits mehr als 450 Wohnhäuser mit über 2.800 Wohnungen. Auch in den folgenden Jahren expandierte das Unternehmen zusehends. Abgesehen von der Beteiligung an der umfangreichen Sanierung des Bergkirchenviertels, zeichnete es für den Bau mehrerer Großprojekte verantwortlich. So sind mehrere Mehrfamilienhäusern und die ersten 120 altersgerechten Wohnungen entstanden.

Ende 1989 wurde die Gemeinnützigkeit des Unternehmens aufgehoben. 1992 wechselte die GeWeGe mit dem Erwerb des städtischen Wohnungsbestands erstmals in die Rolle des Eigentümers. Mit ihren anhaltenden Sanierungs- und Neubaumaßnahmen trägt die GeWeGe dazu bei, das Stadtbild auch in prominenten Lagen maßgeblich zu prägen. Bis heute zählt der Umbau des Palast-Hotels am Kranzplatz zu den bekanntesten Projekten.

Ende 2006 bewirtschaftete die GeWeGe im Stadtgebiet einen Immobilienbestand von knapp 4.300 Wohnungen, etwa 260 Gewerbeeinheiten und rund 1.500 Garagen bzw. Stellplätzen. Die Anpassung der überwiegend historischen Gebäude an moderne energetische Standards stellt eine große Herausforderung dar.

Die Fortführung der Sanierungsaktivitäten kommt auch der Umwelt zugute. Darüber hinaus werden durch die Umsetzung des Investitionsprogramms die historischen Architektur- und Grundrisskonzepte an zeitgemäße Wohnbedürfnisse angepasst und somit die Voraussetzungen für eine nachhaltige Vermietbarkeit der Wohnungen geschaffen. Um im Wettbewerb bestehen zu können, sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich, die gemeinsam mit der Schwestergesellschaft GWW umgesetzt werden sollen: Die GeWeGe verlegt auch deshalb ihren Sitz vom Nerotal zur GWW ins Hessenhaus.

Verweise