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Stadtlexikon Wiesbaden

Schmitt-Maaß, Hedwig

Publizistin, Kommunalpolitikerin

geboren: 31. Januar 1918 in Dorndorf/Westerwald
gestorben: 1. August 1983 in Wiesbaden


Details

Die Tochter des SPD-Politikers und Leiters der Volkshochschule Wiesbaden, Johannes Maaß, verließ nach dem Berufsverbot ihres Vaters im Frühjahr 1933 das Gymnasium und gab angesichts der politischen Situation ihre Studienwünsche auf. Nach ihrer Eheschließung mit dem Chemiker Dr. Bernhard Schmitt 1938 ging sie nach Heidelberg, wo sie sich als Gasthörerin an der Universität einschrieb.

1945 kehrte Hedwig Schmitt-Maaß nach Wiesbaden zurück und unterstützte ihren Vater beim Wiederaufbau der SPD, bis sie 1948 erstmals selbst für diese Partei in die Stadtverordnetenversammlung einzog, deren Mitglied sie bis zu ihrem Wechsel nach Bonn 1959 blieb. Sie gehörte zu den wenigen Frauen, die nach dem Zweiten Weltkrieg dem Stadtparlament angehörten. Als junge Kommunalpolitikerin besaß sie großes Interesse an der Frauenpolitik und engagierte sich im Vorstand des Überparteilichen Frauenausschusses, dem späteren Überparteilichen Frauenverband, war Mitglied im Vorstand der SPD-Frauengruppe sowie der Jungsozialisten.

Gleichzeitig entfaltete sich ihre umfangreiche publizistische Tätigkeit. Schwerpunkte ihrer Veröffentlichungen waren Themen der politischen Bildung, die gesellschaftliche Situation der Frauen sowie die Aufarbeitung der Zeit des Nationalsozialismus. Nach einer dreimonatigen Studienreise in die USA 1949 arbeitete sie als Assistentin der amerikanischen Frauenreferentin, Betsy Knapp, mit der sie in Wiesbaden das „Büro für Frauenfragen“ (später Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit e.V.) ins Leben rief, eine bundesweit einmalige Einrichtung. Zwischen 1954-58 war sie Referentin für politische Jugend- und Erwachsenenbildung in der späteren Hessischen Landeszentrale für politische Bildung und wechselte 1958 als Frauenreferentin in den Bonner Parteivorstand der SPD unter Erich Ollenhauer und Herbert Wehner. 1963 holte der Hessische Minister für Erziehung und Volksbildung, Ernst Schütte, sie als Pressereferentin zurück nach Wiesbaden, wo sie später auch unter seinen Nachfolgern bis zu ihrem Ruhestand 1978 arbeitete. Von 1968 – 1972 war sie erneut Mitglied der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung.

Geprägt durch die Verfolgung des Vaters sowie eigene Erlebnisse in der NS-Zeit beschäftigte sie sich besonders seit Mitte der 1960er-Jahre mit der Literatur zum Nationalsozialismus und korrespondierte mit Schriftstellern und Überlebenden des Holocaust, Jean Améry, Hermann Langbein sowie Primo Levi, der ihr in seinem Buch „Die Untergegangenen und Geretteten“ einen Abschnitt widmete. Ihr Grab befindet sich auf dem Wiesbadener Südfriedhof.

Literatur