Sprungmarken

Dyckerhoff, Otto Rudolf

Dyckerhoff, Otto Rudolf

Ingenieur

geboren: 05.10.1870 in Biebrich

gestorben: 03.05.1954 in Wiesbaden


Artikel

Dyckerhoff machte zunächst eine praktische Ausbildung als Ingenieur in Mannheim und studierte 1892–95 an den TH München und Hannover. Danach arbeitete er als Praktikant in den Zementwerken von Hilton, Anderton und Brooks & Co in Hallig bei London. 1897–98 unternahm er mit seinem Bruder Wilhelm eine Weltreise, von der ein Tagebuch überliefert ist. Die Reise geschah im Auftrag von Dyckerhoff & Söhne und diente der Pflege und dem Ausbau wichtiger Geschäftsbeziehungen. Dyckerhoff & Söhne warb damals mit einem besonderen wasserfesten Zement, der vor allem bei Hafenanlagen in Fernost zur Anwendung kommen sollte.

Nach seiner Rückkehr stieg Dyckerhoff bei Dyckerhoff & Söhne ein und war seit 1911 nach der Umwandlung in eine GmbH als Geschäftsführer tätig. Am Ersten Weltkrieg nahm er als Offizier aktiv teil. Nach dem Krieg kehrte er zu Dyckerhoff & Söhne zurück.

1920 wurde er zum Mitglied des Parlamentarischen Ausschusses der von Frankreich besetzten Gebiete ernannt. 1922 wurde er Mitglied des 15er-Ausschusses. Er nahm an Verhandlungen in Koblenz unter dem französischen Präsidenten Tirard wegen der verlangten Abtretung der Rheinlande an Frankreich teil. 1931 wechselte Dyckerhoff – wie auch seine Brüder – nach der Fusion mit dem westfälischen Zementkonzern Wicking in den Aufsichtsrat der neuen Aktiengesellschaft, wo er bis 1950 die Geschicke des Unternehmens begleitete.

In den 1930er-Jahren war er als Mitglied der Straßenbaukommission intensiv mit dem Betonstraßenbau in Deutschland befasst. Es ist sein Verdienst, dass in Deutschland bis zum Zweiten Weltkrieg die Straßen fast ausschließlich mit Beton gebaut wurden. Außerdem war er viele Jahre Stadtverordneter; zunächst in Kastel und nach der Eingemeindung im Jahr 1908 im Mainzer Stadtparlament.

Literatur

Chronik der Familie Dyckerhoff, Wiesbaden 2004, 2.8.13.