Sprungmarken

Krücke, Georg Christian Heinrich

Krücke, Georg Christian Heinrich

Rechtsanwalt, Notar, Oberbürgermeister

geboren: 08.07.1880 in Limburg an der Lahn

gestorben: 24.08.1961 in Wiesbaden


Artikel

Der Jurist und Staatswissenschaftler war 1906–10 als Rechtsanwalt und Notar in Limburg tätig und saß für die Nationalliberale Partei im dortigen Stadtparlament. Seit 1910 in Wiesbaden ansässig, gehörte er 1914–30 als Mitglied der Deutschen Volkspartei (DVP) der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung an, darunter 1928–30 als stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher.

Am 11.02.1930 wurde er zum neuen Oberbürgermeister gewählt. Der Wahlvorgang war von tumultartigen Ausschreitungen begleitet, die maßgeblich von der NSDAP provoziert worden waren. Am 28.03.1930 erfolgte seine offizielle Amtseinführung. Am 03.06.1933 gab Krücke aufgrund massiven Drucks der Nationalsozialisten sein Amt auf. Nach dem Zusammenbruch des NS-Staats wurde er von den Amerikanern erneut als Oberbürgermeister eingesetzt (21.04.1945–11.08.1946).

Danach leitete er zunächst das Wiesbadener Amt für Vermögenskontrolle und Wiedergutmachung und anschließend das gleichnamige Landesamt. 1956–60 saß Krücke, der sich 1946 der CDU angeschlossen hatte, aber noch im selben Jahr zur LDP, der Vorläuferin der FDP, übergewechselt war, erneut in der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung. 1955 erhielt er die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wiesbaden.

Literatur