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Lux, Adam

Lux, Adam

Revolutionär

geboren: 27.12.1765 in Obernburg am Main

gestorben: 04.11.1793 in Paris


Artikel

Lux studierte in Mainz und promovierte bereits im Alter von 19 Jahren. Er wurde Hauslehrer bei der Mainzer Kaufmannsfamilie Dumont, in die er einheiratete. Von der Mitgift seiner Frau erwarb er in Kostheim die Donnermühle und betrieb die dazugehörige Landwirtschaft im Sinne von Rousseaus »retour à la nature« (»Zurück zur Natur«).

Lux begeisterte sich für die Ideen der Französischen Revolution und schloss sich dem Mainzer Jakobinerklub an. Im Bestreben, Kostheim zu einer Gemeinde der Französischen Republik zu machen, organisierte er am 24.11.1792 eine Volksabstimmung, bei der fast alle stimmberechtigten Männer für den Anschluss votierten. In Mainz war am 17.03.1793 der Rheinisch-Deutsche Nationalkonvent, das nach französischem Vorbild gebildete Parlament der Mainzer Republik, zusammengetreten. Lux, der inzwischen nach Mainz gezogen war, wurde zum Deputierten gewählt. Die Deputierten hatten am 21.03. beschlossen, beim Konvent in Paris die Angliederung an Frankreich zu beantragen. Der Delegation, die dazu in die französische Hauptstadt entsandt wurde, gehörten neben Lux der berühmte Gelehrte Georg Forster (1754–1794) und der Kaufmann André Patocki an. Am 30.03. nahm der Konvent in Paris den Antrag der Mainzer Deputierten einstimmig an. Er blieb aber wirkungslos, da inzwischen preußische Truppen mit der Belagerung von Mainz begonnen hatten. Dadurch war zudem der Delegation der Rückweg nach Mainz abgeschnitten.

Abgestoßen von der beginnenden Schreckensherrschaft der Jakobiner wandte sich Lux mit einem offenen Aufruf zu ihrem Sturz von ihnen ab. Auf die Hinrichtung der Mörderin von Jean-Paul Marat reagierte er mit der Flugschrift »Charlotte Corday«, in der er ihrem politischen Anliegen zustimmte. Lux wurde verhaftet und nach kurzem Prozess wegen staatsgefährdender Aktivitäten zum Tode verurteilt und hingerichtet. Sein außergewöhnliches Leben war Vorlage für Stefan Zweig, der Lux in einem Drama in zehn Bildern ein Denkmal setzte.

Literatur

Dumont, Franz: Essay »Sein Leben dem Wahren widmen. Adam Lux als historische Gestalt«. In: Zweig, Stefan: Adam Lux, Obernburg 2005 [S. 113–146].

Christ, Günter: Lux, Adam. In: Neue Deutsche Biographie Bd. 15 [S. 574 f.].