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Nieden, Ernst zur

Nieden, Ernst zur

Evangelischer Pfarrer

geboren: 30.04.1903 in Viernheim

gestorben: 18.04.1974 in Biebrich


Artikel

Nieden studierte in Gießen, Tübingen und Rostock evangelische Theologie und besuchte das Predigerseminar in Friedberg. Ab 1926 war er Pfarrassistent in Bessungen, Darmstadt und Bad Nauheim. 1929 promovierte Nieden zum Lic. theol. (1951 erfolgte die Umänderung in Dr. theol.).

Nach Stationen in Gießen und Offenbach am Main wurde er für den Bereich der Evangelischen Landeskirche Nassau-Hessen am 07.01.1937 durch den Landeskirchenausschuss zum Landesobmann ernannt. Im gleichen Jahr wurde Nieden zum Leiter für das Deutsche Evangelische Männerwerk ernannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte er als Vorsitzender des Männerwerks und des Evangelischen Gemeindetags zur Vorläufigen Kirchenregierung der Evangelischen Landeskirche in Hessen, die im April 1945 erstmalig zusammentrat. 1945–64 war er theologischer Leiter der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Zudem war er von 1945 an führend am Aufbau der Evangelischen Akademie in Hessen und Nassau beteiligt (Echzell, Arnoldshain). 1950–69 war Nieden mit der Dienstbezeichnung »Propst für Süd-Nassau« Mitglied des in der EKD singulären, mit einem auch exzessiv wahrnehmbaren »Beratungsrecht« ausgestatteten »Leitenden Geistlichen Amt«, das sich in alle pfarramtlichen Belange und Personalfragen einschalten konnte. Seit 1960 war er Präses der Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen.

Die Universität Marburg verlieh ihm im gleichen Jahr den theologischen Ehrendoktor. Niedens Ziel war die Aktivierung der Laienarbeit in der evangelischen Kirche und hier besonders der Männerarbeit, deren Anliegen er engagiert vertrat.

Literatur

Steitz, Heinrich: Geschichte der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Marburg 1977 [S. 580; 604].