Lyrikpreis Orphil 2026
Der Lyrikpreis Orphil der Landeshauptstadt Wiesbaden geht 2026 an die Lyrikerin Karin Fellner. Sie wird für ihr bisheriges lyrisches Werk, insbesondere den Band "Polle und Fu“ ausgezeichnet. Mit dem Orphil-Debütpreis wird Lara Rüter geehrt. Sie erhält den Preis für ihr lyrisches Erstlingswerk "amoretten in netzen".
Der mit 10.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an Karin Fellner für ihr Werk und insbesondere für den Band "Polle und Fu". Lara Rüter wird für "amoretten in netzen" mit dem mit 2.500 Euro dotierten Debütpreis ausgezeichnet. Kulturdezernent Dr. Hendrik Schmehl hat den Preis in einer Feierstunde am 9. Juni 2026 im Literaturhaus Villa Clementine verliehen.
Der Lyrikpreis "Orphil" wird alle zwei Jahre an Lyrikerinnen oder Lyriker vergeben, die mit ihrem Werk Stellung beziehen und sich über politische wie stilistische Moden hinwegsetzen. Die Jury bildeten in diesem Jahr die Lyrikerin und Moderatorin Carolin Callies, die Literaturkritikerin Maren Jäger sowie der Literaturkritiker Christian Metz.
Stifterin der Lyrikpreise ist Ilse Konell, Witwe des 1991 verstorbenen Dichters George Konell, der viele Jahre seines Lebens in Wiesbaden verbrachte.
Begründung der Jury
"Karin Fellner, 1970 in München geboren, entfaltet aus den Aufeinandertreffen ihrer Protagonisten Gesprächspoesie, und zwar voller Witz, bitzelnder Geistesgegenwärtigkeit, gewagter Wortspielerei und übersprudelnder Lust auf Pointen. Diese sprachungestüme Heiterkeit, die für die nun insgesamt sechs Gedichtbände von Fellner charakteristisch ist, wirft zugleich basale gesellschaftliche Fragen darüber auf, welche Haltung sich gegenüber einer Welt einnehmen lässt, die ihrerseits aus den Fugen zu geraten scheint.“
Karin Fellner studierte Psychologie in Konstanz und Literaturwissenschaften in München. Sie ist als Autorin und Schreibcoach sowie als Lyrikvermittlerin tätig und leitet Schreibwerkstätten, unter anderem für das Lyrik Kabinett München. Ihre Gedichte wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Wolfgang-Weyrauch-Förderpreis (2005), dem Medienpreis beim Lyrikpreis Meran (2012), der Christian-Ferber Ehrengabe der Deutschen Schillerstiftung (2021) sowie dem Lyrikpreis der Südpfalz (2024).
Jurybegründung Debütpreis
"Lara Rüters Debüt hat die Jury überzeugt durch seine Vielfalt an Formen und Sprachen sowie den Wortwitz und die existenzielle Tiefe, die durch das Flirren hindurchscheint – und nicht zuletzt durch die raffinierten Überblendungen antiker Quellen und Mythen mit Praktiken des Digitalzeitalters."
Lara Rüter wurde 1990 in Hannover geboren und lebt in Leipzig. Sie studierte Kulturwissenschaften in Hildesheim und Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie war Preisträgerin für Lyrik beim 26. Open Mike. 2020 erhielt sie den Caroline-Schlegel-Förderpreis für Essayistik, 2021 den Wolfgang-Weihrauch Förderpreis beim Literarischen März. "amoretten in netzen“ ist ihre erste eigenständige Buchpublikation. 2026 erschien zudem ihr Buch "Affenliebe.“

