Sprungmarken
Wo bin ich?
  1. Startseite
  2. Medien
  3. Pressemitteilungen
  4. Suchergebnis

Pressemitteilung

Pressereferat
Beruf & Bildung, Gesellschaft & Soziales, Homepage
Corona wirkt sich auch auf Kommunales Jobcenter aus - Zahl der Neunanträge steigt
Die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der Corona-Pandemie schlagen sich auch im Kommunalen Jobcenter (KJC) der Landeshauptstadt Wiesbaden nieder. Im KJC setzt die Stadt seit 2005 als so genannte Optionskommune in kommunaler Trägerschaft das Sozialgesetzbuch (SGB) II, Grundsicherung für Arbeitssuchende, um.
Allein im März wurden 745 Anträge auf Leistungen zum Lebensunterhalt nach dem SGB II gestellt. Vor der Corona-Krise waren es durchschnittlich 320 Anträge pro Monat. Von den bewilligten Anträgen sind etwas mehr als die Hälfte auf das Corona-Virus zurück zu führen. „Darunter sind beispielsweise die Solo-Selbstständigen, denen mit den Erwerbseinkünften auch die Mittel für den eigenen Lebensunterhalt weggebrochen sind. Aber auch Personen, die ihr Kurzarbeitergeld aufstocken müssen oder von einer Kündigung betroffen waren und keinen ausreichenden Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben“, erläutert Sozialdezernent Christoph Manjura. Insgesamt sei die Zahl der so genannten Leistungsberechtigten von März bis Mai um 1.100 Personen gestiegen.

„Trotz dieser beträchtlichen Zahl an Neuanträgen ist es den Kolleginnen und Kollegen unter erschwerten Bedingungen - denn auch diese waren von Schul- und Kitaschließungen sowie den strengen Regeln der Kontaktminimierung betroffen – gelungen, ihre Prozesse ad hoc zu vereinfachen und den Bürgerinnen und Bürgern trotzdem eine gute digitale Erreichbarkeit zu ermöglichen und somit Existenzen zu sichern“, so Manjura, der stellvertretend für eine tolle Teamleistung Amtsleiterin Ariane Patzelt sowie den beiden Abteilungsleitern Frank Dietrich (Leistungen zum Lebensunterhalt) und Markus Bilgram (Kommunale Arbeitsvermittlung) dankt.

Was sonst in zahlreichen persönlichen Gesprächen geklärt wurde, musste nun telefonisch oder per Mail erledigt werden. „Dies war sowohl für die Bürgerinnen und Bürgern als auch für die Kolleginnen und Kollegen eine große Umstellung, die sehr gut gelungen ist“, ergänzt Ariane Patzelt. Im April 2020 fanden mehr als 1250 und im Mai 3000 telefonische Beratungsgespräche statt. „Dank der großartigen Teamleistung konnte die soziale Arbeit des Kommunalen Jobcenters auch unter den erschwerten Krisenbedingungen stattfinden. Nichtsdestotrotz freuen wir uns, wenn wir zukünftig zu einem Mix aus altbewährten und neu gelernten Arbeitsweisen finden können“, sagt Patzelt.

Und Manjura betont: „Im Mittelpunkt des Kommunalen Jobcenters steht auch weiterhin die Arbeit mit den Menschen. Es ist gut, dass wir im Zuge der Corona-Pandemie Prozesse vereinfacht und automatisiert haben. Zukünftig wollen wir diesen ‚Digitalisierungsgewinn‘ nutzen, um unsere Beratungstätigkeit für und mit den Leistungsberechtigten noch besser zu gestalten.“

Patzelt und Manjura loben zudem die Ankündigung der Regierungskoalition aus Berlin, sich künftig mit einem dauerhaft erhöhten Anteil an den Kosten der Unterkunft, sprich den Mietkosten im SGB II zu beteiligen. Für Wiesbaden bedeute dies eine Summe von etwa 20 Millionen Euro. „Das entlastet uns im Sozialetat bei gesetzlichen Pflichtaufwendungen, die im Zuge des aktuellen Fallzahlenanstiegs noch sehr ansteigen werden. Und es erhält uns den finanziellen Spielraum für kommunale soziale Dienstleistungen, die wir in der kommenden Zeit mehr denn je brauchen werden - Ausbau der Kinderbetreuung, Schulsozialarbeit, Gemeinwesenarbeit in den Stadtteilen, Elternbildungsangebote und vieles mehr“, so Manjura.

Auf ein sehr wichtiges, aber bis dahin kaum beachtetes Detail weisen beide abschließend hin. So habe sich die Große Koalition im Bund darauf verständigt, dass für die Kosten der Unterkunft im SGB II in der Verfassung abweichend geregelt werde, dass trotz des erhöhten Bundesanteils keine so genannte Bundesauftragsverwaltung einhergehen soll. „Wir Kommunen kennen den örtlichen Wohnungsmarkt am besten und benötigen deswegen von Region zu Region unterschiedliche Handlungsspielräume. Es ist gut, dass das erkannt wurde. Für uns in Wiesbaden ist das von enormer Wichtigkeit“, betont Patzelt abschließend.

+++
Herausgeber:
Pressereferat
der Landeshauptstadt Wiesbaden
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden
Für Fragen der Bürgerinnen und Bürger
Telefonzentrale Rathaus:

Anzeigen