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Typisch Wiesbaden

Wiesbaden und seine Quellen

Die Wiesbadener Thermalquellen zählen zu den heißesten Europas. Hier erfahrt Ihr wissenswerte Fakten zu den 26 Quellen, die Sage über deren Entstehung und wo Ihr im Thermalwasser entspannen könnt.

Kochbrunnen
  • In Wiesbaden sprudeln 26 heiße Quellen aus der Erde. Mit Temperaturen bis zu 67 °C zählen sie zu den heißesten Europas. Der Kochbrunnen ist die heißeste Quelle der Stadt.
  • Täglich steigen rund zwei Millionen Liter Thermalwasser aus etwa 2.000 Metern Tiefe an die Oberfläche.
  • Auf seiner Reise aus der Tiefe nimmt das Wasser wertvolle Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Strontium und Eisen auf. Wurde es früher bei Trinkkuren eingesetzt, wird es heute hauptsächlich für Thermalbäder genutzt.
  • Das Wasser ist sehr salzig - bis zu sechs Gramm Kochsalz kommen auf einen Liter Wasser. Hochgerechnet sind das täglich etwa 14 Tonnen Kochsalz!
  • Schon die Römer nutzten Wiesbadens Thermalquellen. Zwischen 6 und 16 n. Chr. gründeten sie die Siedlung "Aquae Mattiacorum" mit Thermenanlagen für die Genesung ihrer Soldaten. Daran erinnert die Inschrift am Kurhaus "Aquis Mattiacis" – den Wassern der Mattiaker gewidmet.
  • Das Thermalwasser ist eine unerschöpfliche Energiequelle und eignet sich hervorragend zum Heizen. Heute werden jährlich etwa 440.000 Kubikmeter Thermalwasser aus fünf Quellen gefördert, mit denen eine Wärmemenge von 16 Gigawattstunden (Öffnet in einem neuen Tab) erzeugt wird. Allerdings: Durch den hohen Salzgehalt ist das Thermalwasser korrosiv - bei Kontakt mit Sauerstoff bildet sich schnell Kalk, was die Nutzung erschwert.

Quellgeflüster-Tipp: Wer mehr über die heißen Quellen und Wiesbadens wunderschöne Natur erfahren möchte, kann an der Führung Natürlich Wiesbaden (Öffnet in einem neuen Tab) teilnehmen! 

Lust auf Entspannung? Bitte hier entlang!

Kaiser-Friedrich-Therme

Blick in die Kaiser-Friedrich-Therme
In der Kaiser-Friedrich-Therme lässt es sich stilvoll baden

Die Kaiser-Friedrich-Therme gilt als Juwel unter den Wiesbadener Thermalbädern. Kein Geringerer als Kaiser Wilhelm II., ein regelmäßiger Kurgast der Stadt, bemängelte einst, Wiesbaden verfüge zwar über "das schönste Kurhaus der Welt", jedoch über kein standesgemäßes öffentliches Badehaus. In der Folge schuf der Architekt August O. Pauly einen Jugendstilbau, der an die römische Badetradition anknüpft.

Schon das mit Stuck und Reliefs gestaltete Foyer lässt ahnen, wie stilvoll Entspannung aussehen kann! Gespeist wird die Therme bis heute aus der Adlerquelle.

Achtung: textilfrei ;-)  



Badhaus im Hotel Schwarzer Bock

Schwarzer Bock Trinkbrunnen

Das Hotel Schwarzer Bock gilt als das ältestes Grandhotel Deutschlands. Bereits im 15. Jahrhundert suchten hier gekrönte Häupter, Künstler und Kurgäste aus ganz Europa Linderung und Erholung. Das heutige Badhaus, das als Day Spa gebucht werden kann, verbindet die denkmalgeschützte Bäderarchitektur mit einem puristisch gestalteten Spa mit Thermal-Pool, Sauna, Dampfbad und Erholungsbereichen. Das Thermalwasser stammt übrigens aus dem benachbarten Kochbrunnen. Der Clou: das Kochbrunnenbad (Öffnet in einem neuen Tab)!  


Thermalbad Aukammtal

Frau entspannt im Thermalwasser

Das Thermalbad Aukammtal wurde gerade frisch saniert. Umgeben von viel Grün lädt das Bad Euch zum Entspannen im mineralstoffreichen Thermalwasser aus der eigenen Quelle ein. Im Innen- und Außenbereich warten verschiedene Saunen (Highights ist die Quadrosauna) und Dampfbäder sowie ein Außenbecken mit einer Wassertemperatur von etwa 32° C auf Euch.


Die sagenhafte Entstehung der Quellen

Vor uralten Zeiten, als noch Riesen und Drachen auf der Erde lebten, wohnte in der Gegend des heutigen Wiesbaden der Riese Ekko. Er fühlte sich von einem Drachen gestört, der in den dichten Wäldern des Taunus hauste. Entschlossen machte sich Ekko auf den Weg, um das feuerspeiende Ungeheuer zu töten. Doch trotz aller Anstrengungen gelang es ihm weder, den Drachen selbst noch dessen Versteck zu entdecken.

Der Riese Ekko mit seiner Lanzen und den heißen Quellen

Diese vergebliche Suche machte den Riesen rasend vor Zorn. Wütend rammte er seine Lanze tief in den Boden. Da glaubte er, aus der Tiefe das höhnische Lachen des Drachen zu hören. Um sicher zu sein, zog Ekko die Lanze wieder heraus. In diesem Moment schoss siedend heißes Wasser aus der Erde und verbrannte seine bloßen Füße. Der Schmerz machte ihn nur noch wütender. 

Fest überzeugt, den Aufenthaltsort des Drachen gefunden zu haben, stieß Ekko die Lanze immer wieder in den Boden – jedes Mal tiefer als zuvor. Plötzlich traf ihn ein mächtiger, heißer Wasserstrahl direkt ins Gesicht. Er verlor das Gleichgewicht und konnte sich nur knapp abfangen. Dabei sanken seine linke Hand und sein Unterarm tief in den aufgeweichten Boden ein.

Fluchend gab der Riese schließlich auf. Mit verbrühtem Gesicht und geschwollenen Füßen zog er sich davon. Doch die Spuren seines Arms und seiner Finger blieben zurück und sind der Sage nach bis heute sichtbar.

So, erzählt man sich, entstanden die Täler, Hügel und Thermalquellen Wiesbadens. Die Fläche der Hand bildet den Wiesbadener Kessel, während Daumen, Finger und Unterarm die Täler darstellen. Und an den Stellen, an denen Ekko seine Lanze in die Erde stieß, sprudelt seit jener Zeit heißes Wasser aus dem Boden.

Quellgeflüster-Tipp: Es gibt ein schönes Kinderbuch zum Riesen Ekko: Wiesbaden, eine Entdeckungsreise mit dem Riesen Ekko (Öffnet in einem neuen Tab). Auf dieser Entdeckungsreise wird er von Marie und Bruno begleitet, die beim Stöbern auf dem Dachboden in einem alten Reisekoffer einen Stapel alter Bücher über Wiesbaden finden. Beim Lesen stoßen sie immer wieder auf die Sage vom Riesen Ekko. Hier (Öffnet in einem neuen Tab) findet Ihr ein Video mit der Entstehungsgeschichte zum Buch! 

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