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Literaturhaus Villa Clementine

Labyrinth des Hörens

Am Donnerstag, 23. Januar, sind um 19.30 Uhr im Rahmen des hr2-Hörfests die forensische Phonetikerin Prof. Dr. Angelika Braun, Prof. Dr. André Fiebig sowie Paul Brenning zu Gast im Literaturhaus. Die Veranstaltung ist ausverkauft. Wenige Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Angelika Braun - Hören im Auftrag der Justiz

Sprachaufzeichnungen sind im Zusammenhang mit Straftaten zuweilen ein wichtiges Indiz. Sie geben den ermittelnden Behörden aufschlussreiche Informationen über die Sprecher. Hier kommen forensische Phonetiker zum Einsatz. Die Auswertungsarbeit leisten sie dabei hauptsächlich mit ihrem speziell geschulten Gehör, aber auch unter Verwendung von einschlägigen Datenbanken. Angelika Braun gibt Einblicke in das analytische Vorgehen forensischer Phonetiker, verrät, wie man das eigene Gehör schult, und zeigt Möglichkeiten und Grenzen der forensischen Phonetik auf.

Prof. Dr. Angelika Braun ist forensische Phonetikerin. Sie war 14 Jahre lang beim BKA in Wiesbaden und beim Landeskriminalamt NRW als Sachverständige im Bereich Sprechererkennung und Tonträgerauswertung tätig. Seit 2009 hat sie eine Professur für Allgemeine und Angewandte Phonetik an der Universität Trier inne.

André Fiebig - Weniger Lärm durch "Soundscape"?

Ob wir Geräusche, Klänge und andere akustische Signale akzeptieren oder ablehnen, als angenehm oder als störend empfinden, wird wesentlich durch unsere Wahrnehmung gesteuert und ist mitunter sehr subjektiv. Lärm ist die psycho logische Bewertung von Geräuschaufkommen und kann nicht durch physikalische Messverfahren erfasst werden.

Mit "Soundscape" wird die Bedeutung von Geräuschen in die Bewertung miteinbezogen. Insbesondere für die Gestaltung akustischer Umgebungen in urbanen Bereichen ist das von großem Interesse. Das Konzept "Soundscape" setzt auf Partizipation und Ko-Kreation der Beteiligten und möchte zur Erhaltung und Steigerung der Lebensqualität beitragen. Der Psychoakustiker André Fiebig zeigt, wie das gelingen kann.

Prof. Dr. André Fiebig ist Psychoakustiker. Er lehrt an der Technischen Universität Berlin und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den vielfältigen Wirkungen von Geräuschen auf den Menschen. Er leitet aktuell den Fachausschuss "Lärm: Wirkungen und Schutz" der Deutschen Gesellschaft für Akustik. International ist er in verschiedenen Arbeitsgruppen aktiv, die sich mit dem Konzept "Soundscape" auseinandersetzen.

Paul Brenning - Live-Sound-Mundakrobatik

Ob Schlagzeug-Rhythmen, Meeresrauschen oder das Sirren des Zahnarztbohrers – Beatboxer haben diese und andere Sounds immer bei sich und brauchen dazu kein aufwändiges Geräusche-Archiv oder Instrumentarium. Allein mit Mund, Zunge und Stimme können sie die verrücktesten Geräusche und Instrumentenklänge erzeugen. Woher aber kommt Beatboxen? Woraus besteht ein einfacher Beat? Wie ist er aufge-baut? Und welche Mundakrobatik erfordert Beatboxen? Paul Brenning zeigt, wie’s funktioniert. Und er führt vor, wie aus mundgemachten Geräuschen Musik entstehen kann und wie daraus ein Lied oder eine komplexe Klanglandschaft wird. Mitmachen erwünscht!

Paul Brenning ist Sänger, Beatboxer und Komponist und seit zehn Jahren erfolgreich im In- und Ausland aktiv. Seit er 15 Jahre alt ist, liebt er es, alle möglichen Geräusche nachzumachen. 2019 erhielt der Kurzfilm "UNUM", zu dem er die Musik schrieb, Gold in Cannes. Referententätigkeiten unter anderem für das Vokalprojekt der Berliner Philharmoniker "Vokalhelden" und das Goethe-Institut. Der Wahlberliner ist Kleinkunstpreisträger des Landes Baden-Württemberg mit seinem Duo "Acoustic Instinct".

Sendetermin: 23. Februar 2020, 12.04 bis 13 Uhr (Wiederholung am 29. Februar, 18.04 Uhr), hr2-Kulturszene Hessen