Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Stadtlexikon Wiesbaden

Faust, Margot

Kommunalpolitikerin

Margot Faust, geb. Schäfer

geboren: 9. Januar 1917 in Frankfurt am Main
gestorben: 9. Dezember 2001 in Wiesbaden


Details

Margot Faust verlor infolge eines Unfalls früh ihren Vater. Der daraufhin eingesetzte Vormund nahm sie nach der Mittleren Reife vom Gymnasium und ließ sie eine landwirtschaftliche Mädchenschule besuchen, was ihren weiteren Lebensweg bestimmte. Nach einer Ausbildung zur landwirtschaftlichen Fachlehrerin arbeitete sie drei Jahre an verschiedenen Landwirtschaftsschulen. 1943 heiratete sie den Landwirt und Inhaber der Wiesbadener Kupfermühle, Reinhard Faust, mit dem sie drei Kinder hatte. Später wohnte die Familie auf dem Hofgut Adamstal (Adamstaler Hof). Nach dem Krieg setzte sie sich besonders für die Belange der hessischen Landfrauen ein und gehörte 1948 zu den Gründerinnen des Landfrauenverbandes Hessen-Nassau. Im gleichen Jahr rief sie den ersten Kreislandfrauenverband in Wiesbaden ins Leben, dessen Vorsitzende sie über mehrere Jahrzehnte blieb. 1949 erhielt sie die Möglichkeit als erste deutsche Landfrau auf Einladung der amerikanischen Militärregierung für drei Monate in die USA zu reisen, um sich vor allem über die Themenschwerpunkte Landwirtschaft und Frauenorganisationen zu informieren. Auch später engagierte sie sich für auf dem Land lebende Frauen und gründete 1951 das bundesweit erste „Haus der Landfrau“. 1952 trat Margot Faust in die FDP ein und erhielt im gleichen Jahr ein Mandat für die Stadtverordnetenversammlung, das sie 12 Jahre innehatte. Anschließend war sie von 1968 bis 1972 ehrenamtliches Mitglied im Wiesbadener Magistrat. Der Schwerpunkt ihrer politischen Arbeit lag auf dem Gebiet der Familien-, Kultur- und Sozialpolitik. Sie gehörte u. a. zu den Mitbegründerinnen des Nachbarschaftsheimes (Nachbarschaftshaus) in Biebrich, dessen zweite Vorsitzende sie war und war im Vorstand der Volkshochschule Wiesbaden. Außerdem kandidierte sie 1965 und 1969 als Spitzenkandidatin für die Wiesbadener FDP bei den Bundestagswahlen. Von 1977 bis 1980 war sie darüber hinaus Präsidentin des Wiesbadener Zonta-Clubs, einem Zusammenschluss berufstätiger Frauen, die sich karitativ engagieren. Neben verschiedenen städtischen Ehrungen und dem Ehrenbrief des Landes Hessen wurde sie im Jahr 1982 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Literatur