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Stadtlexikon Wiesbaden

Neubaur, Fritz

Biologe

geboren: 16. April 1891 in Ortelsburg (Ostpreußen)
gestorben: 28. Februar 1973 in Heidelberg-Kirchheim


Details

Fritz Neubaur lebte seit 1908 in Bonn, wo er Zoologie, Botanik, Geologie und Geographie studierte. 1914/15 setzte er sein Studium in Berlin fort, wurde aber bald zum Kriegsdienst eingezogen. 1923 promovierte er mit einer Arbeit über die Vögel der Rheinprovinz. Nach drei Assistentenjahren am Botanischen Institut der Landwirtschaftlichen Hochschule arbeitete er zehn Jahre am Zoologischen Forschungsinstitut und Museum Alexander Koenig in Bonn. 1937 erhielt er eine Berufung als Geschäftsführer des „Reichsbundes für Vogelschutz e. V.“ (vorher „Bund für Vogelschutz“) nach Berlin. 1940 wurde er erneut zum Heeresdienst einberufen.

Nach dem Krieg lebte er zunächst als Privatgelehrter in Bonn, bis er am 1. März 1948 am Städtischen Museum in Wiesbaden (Museum Wiesbaden) eine Stelle als wissenschaftlicher Zoologe antrat und Mitglied des Nassauischen Vereins für Naturkunde (NVN) wurde. Von 1952 bis 1956 leitete er die naturwissenschaftliche Sammlung des Museums (Naturhistorische Sammlungen des Museums), wo er den Aufbau der durch Bomben stark in Mitleidenschaft gezogenen Sammlungen vorantrieb.

Lange Jahre war er Schriftführer des NVN, später vertrat er die Geschäftsstelle des Vereins im Museum. Viele Vorträge und Exkursionen sind mit seinem Namen verbunden, die Niederschriften seiner Beobachtungen auf Exkursionen, die im Archiv der Naturhistorischen Sammlungen des Museums hinterlegt sind, bilden einen bis heute nicht ausgeschöpften Fundus für Botaniker und Zoologen. Auszüge daraus sind in den Jahrbüchern des Nassauischen Vereins für Naturkunde 88 bis 98 des NVN abgedruckt. 1961 ernannte ihn der Verein, dessen Vorstand er lange angehörte, „in Anerkennung seiner großen Verdienste als Schriftführer des Vereins, seiner selbstlosen Vortragstätigkeit und seiner so zahlreichen Führungen zum Ehrenmitglied“.

Er bestimmte die Sträucher und Bäume aller größeren Parkanlagen Wiesbadens und beschriftete sie in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt.

Am meisten interessierte sich Fritz Neubaur für die Welt der Vögel und das schon seit seiner Jugend. Er besaß eine besondere Begabung im Zeichnen und Aquarellieren, was seinen Veröffentlichungen sehr zugute kommt. Er war Ehrenmitglied der Gesellschaft Rheinischer Ornithologen und des Deutschen Bundes für Vogelschutz.

Literatur