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Broglie, Maximilian

Broglie, Maximilian

Internist, Radiologe

geboren: 28.06.1909 in Nordhalden bei Konstanz

gestorben: 04.09.2004 in Wiesbaden


Artikel

Broglie kam als Kind nach Wiesbaden und studierte zunächst Chemie in Darmstadt, wechselte dann aber recht bald zur Medizin. Nach dem Studium an den Universitäten Tübingen, Marburg, Kiel und Leipzig führte ihn sein Weg als Assistenzarzt zunächst nach München, dann nach Aue in Sachsen und schließlich an die Universitätsklinik Gießen, wo er in Prof. Helmuth Reinwein sein großes Vorbild fand. 1942 habilitierte er sich in Gießen mit einer Arbeit über den »Zentrogenen Morbus Basedow««. Ein Jahr später folgte er Reinwein als Dozent und erster Oberarzt an die Universität Kiel.

Während des Krieges erwies er sich als Organisationstalent, das die Versorgung trotz schwerer Bombenschäden aufrechterhielt. 1945–47 arbeitete er in eigener Praxis in Kiel, wurde dann Chefarzt im Landeskrankenhaus Schleswig, übernahm 1950 die Leitung des großen Friedrich-Ebert-Krankenhauses in Neumünster und wurde 1955 Extraordinarius der Universität Kiel.

1959 wurde er als Chefarzt an die II. Medizinische Klinik der Städtischen Kliniken Wiesbaden berufen. Hier baute er zusammen mit seinem Kollegen Prof. Dr. med. Bernhard Schlegel zwei Intensivstationen auf und etablierte eine nephrologische und eine kardiologische Abteilung.

Ebenfalls im Jahr 1959 gründete Broglie zusammen mit anderen Internisten in Wiesbaden den Berufsverband Deutscher Internisten (BDI). Zunächst war er dessen Schriftführer, 1968–74 dann Präsident des Verbandes, danach Ehrenpräsident.

1974 (bis 1981) wurde er Leitender Arzt der neu eröffneten privaten »Klinik am Kurpark« (später »Medizinische Klinik am Kurpark«). Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) wählte ihn 1982 zu ihrem Ehrenmitglied.

Im Lauf seines Lebens hat Broglie über 90 klinisch-wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, die sich vor allem mit der praktisch verwertbaren Medizin beschäftigten.

Broglie ist auf dem Nordfriedhof begraben.

Literatur

Best, Gerhard: Medizinische Klinik am Kurpark. In: Wiesbaden international, H. 3/1984 [S. 22–27].